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VHS-Dialogprojekt im Iran 

Offener Dialog trotz Schleier und Tschador

Dialogprojekt der VHS im Iran

Johannes Hartkemeyer überreicht dem scheidenden iranischen Präsidenten Khatami sein neues Dialog-Buch
Dr. Johannes Hartkemeyer und der Dialog-Förderer Khatami
Johannes Hartkemeyer überreicht dem scheidenden iranischen Präsidenten Khatami seine neues Dialog-Buch
SeminarteilnehmerInnen in Teheran
Seminar-TeilnehmerInnen in Teheran
Dialog-TeilnehmerInnen in Teheran
Iranische Seminar-Teilnehmerinnen bei der Gruppenarbeit
Gruppenarbeit im Seminar
Iranische Seminarteilnehmerinnen bei der Gruppenarbeit
 

Neue Impulse für die Verständigung im und mit dem Iran setzte jetzt ein Kooperationsprojekt der Volkshochschule der Stadt Osnabrück und der Adolf Reichwein-Gesellschaft: Mit Unterstützung der Friedrich Ebert-Stiftung konnten die beiden Leiter der Einrichtungen, Dr. Johannes Hartkemeyer und Dr. Martina Hartkemeyer, ein Dialog-Pilotprojekt in Teheran durchführen.
Über 20 Frauen und Männer aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen Irans nahmen als Multiplikatoren an einem Dialog-Seminar im symbolträchtigen Imam Ali-Museum teil – darunter auch die Gründerin der Frauenpartei und Enkelin des Revolutionsführers Ajatollah Khomeini. Vermittelt und gemeinsam geübt wurden hier entsprechend eines an der VHS Osnabrück entwickelten Dialogverfahrens kommunikative Grundfähigkeiten wie die Unterscheidung von Beobachtung und Bewertung, das Suspendieren festgefahrener Meinungen und eingefleischter Denkmodelle oder auch der Perspektivwechsel in Konfliktfällen.

Intensive Förderung des Dialogs
Das Dialog-Seminar stellt einen ersten Baustein in einer Reihe von Maßnahmen dar, die den Dialog als Kern einer zivilgesellschaftlichen Entwicklung im Iran verankern sollen. Denn trotz landläufiger Vorurteile über den Iran als fundamentalistisches „Reich des Bösen“, trotz Schleier, Tschador und Scharia stießen Johannes und Martina Hartkemeyer in Teheran auf „eine offene, sehr aufmerksame und respektvolle Gesprächsbereitschaft auch über interkulturelle Grenzen hinweg“. So hätte der Leiter der internationalen Abteilung der Khomeini-Stiftung, Imam Moghaddam erklärt, dass „wir auch in unserer Gesellschaft noch lernen müssen, besser zuzuhören.“ Klar plädierte er auch für einen Standpunkt der gegenseitigen Toleranz und meinte, „dass es so viele Wege gibt, Gott zu erkennen, wie es Menschen gibt.“
Die Entwicklung des Dialog-Gedankens soll im Iran zukünftig insbesondere durch die Mussa Sadr-Stiftung, deren Leiterin Hawra Sadr auch an dem Seminar teilnahm,  weiter voran getrieben werden. So wurde bereits das Studienmaterial für die Dialog-Seminare in Farsi übersetzt und auch das erste Dialog-Buch der Hartkemeyers ist schon in der Landessprache erhältlich.

Khatami kündigt Besuch in Osnabrück an
Auch der scheidende iranische Ministerpräsident Khatami  möchte den Dialog in seiner neuen Rolle bei den Vereinten Nationen tatkräftig befördern. In einem 16köpfigen Rat sollen angesichts der angespannten Weltlage neue Konzepte der friedlichen kulturellen Entwicklung und des gegenseitigen Dialogs entwickelt werden. Wie Khatami bei einem Empfang der Hartkemeyers in Aussicht stellte, möchte er bei seinem nächsten Deutschlandbesuch auch „gerne die Friedensstadt Osnabrück und die Volkshochschule besuchen, da von hier so bedeutende Impulse für den internationalen Dialog ausgehen.“
Mit ihrem Pilot-Dialogprojekt im Iran hoffen die Hartkemeyers, „einen kleinen Beitrag für eine wirkliche Verständigung zwischen den Menschen und auch Völkern“ zu leisten. Im Frühjahr werden sie voraussichtlich zu ihrem nächsten Dialog-Seminar in den Iran aufbrechen.

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