Mit sechzehn Teilnehmern aus der ganzen Welt von Europa über Afrika und Asien bis Südamerika ist jetzt an der Volkshochschule der Stadt Osnabrück ein erster Qualifizierungskurs für Integrationslotsen gestartet.
Zum Auftakt hob Sozial- und Kultusdezernent Reinhard Sliwka die "Frage der Integration als eine der wichtigsten kommunalpolitischen Aufgaben hervor." So lebten in rund 20% der Familien in Osnabrück Zuwanderer aus insgesamt weit über 100 Nationen.
Die Integrationslotsen sollen in Zukunft auf ehrenamtlicher Basis neu nach Osnabrück kommende Zuwanderer beraten und begleiten. "Als erfahrene Lotsen", so Jochen Weber vom Referat Bildungs- und Sozialplanung, sollen sie den Neubürgern und Neubürgerinnen „in schwierigen Gewässern den Weg weisen.“
Dafür werden sie im Basis-Qualifizierungslehrgang der VHS über acht Kursabende und vier Tagesseminare fit in zentralen Bereichen und Themen der Zuwanderung gemacht – von den Formen der Zuwanderung über Gesetze und staatliche Hilfen bis zur kompetenten Gesprächsführung und Reflexion der eigenen Erfahrungen.
Pilotmodell für Niedersachsen
Das Osnabrücker Integrationslotsen-Qualifizierungskonzept, dass durch Aufbaumodule an der Volkshochschule des Landkreises ergänzt wird, stellt für Niedersachsen ein Pilotmodell dar und wird von der Ausländerbeauftragten des Landes Niedersachsen finanziell gefördert. Ziel ist es, so Sliwka, das Modell nach einer Evaluation durch die Universität Osnabrück auch in andere Kommunen zu transferieren.
Das Interesse von Zuwanderern und auch Einheimischen an der Integrationslotsen-Ausbildung ist auf jeden Fall groß: „Das Telefon stand gar nicht mehr still und wir wurden von Anfragen geradezu überrollt“ berichtete VHS-Fachbereichsleiterin Astrid Dinter. Hoch zufrieden zeigten sich auch die Dozenten Christina Müller-Wille und Hülliye Zengin über den ersten Kursabend mit den zukünftigen Integrationslotsen, unter denen auch drei Deutsche sind. Neben einer „hohen Motivation“ fielen ihnen insbesondere die „unglaublich vielfältigen und verschiedenen Erfahrungen und Kompetenzen der Teilnehmer auf“ – ein Schatz, der jetzt gehoben und den Neuzuwanderern in Osnabrück zugute kommen soll.



