Der Kult um den Körper hat in unserer Gesellschaft Hochkonjunktur und rund um Model-Castings, Muckibuden, Diäten und Schönheits-OP's hat sich ein milliardenschwerer Markt aufgebaut. Mit dem Schwerpunktthema "Körperkulte" möchte die Volkshochschule in Kooperation mit der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes nun die Risiken und Nebenwirkungen des Kults um den Körper aufzeigen und diskutieren.
Deutliche Steigerung der Suchtproblematik
"Gerade Jugendliche", so der stellvertretende VHS-Direktor Dr. Carl-Heinrich Bösling, "stehen durch Medien und Werbung unter einem enormen Normdruck, dem sie aber häufig nicht gerecht werden können." Als Folge ist, wie Fachstellen-Leiter Hinrich Haake ausführte, "eine sehr deutliche Steigerung der Suchtproblematik festzustellen." Aktuellen Studien zufolge haben heute rund eine Million Jugendliche mit Essstörungen bis zur Magersucht und Bulemie zu kämpfen, auf der anderen Seite schlagen 10-20% "XXL-Kids" mit deutlichem Übergewicht zu Buche. Im Wettstreit um den schönsten Körper unterstützen heute schon bis zu 350.000 junge Männer ihren Muskelaufbau mit Anabolika und die Zahl der Schönheitsoperationen steigt nicht zuletzt dank günstiger Angebote aus den ehemaligen Ostblockländern kontinuierlich an. "In einer Zeit" so Hinrich Haake, "in der die Menschen viele soziale oder religiöse Bindungen verlieren, dient der Körper immer mehr als identitätsbildender und scheinbar zu kontrollierender Faktor."
Schlankheit + Schönheit = Glück?
Zum Auftakt der VHS-Schwerpunktreihe beleuchtet Dr. Ulrike Thomas von der Charité Berlin am Dienstag, den 21. März, ob die Formel "Schlankheit + Schönheit = Glück" zutrifft und wie der Kult um den Körper sich im Laufe der Geschichte gewandelt hat. Drei Podiumsdiskussionen beschäftigen sich in der Folge am 19. April sowie am 10. und 24. Mai mit veränderten (Körper-) Identitäten durch die digitalen Medien, mit der Gefahr von Diäten und Schönheits-OP's sowie mit den "XXL-Kids". Zum Abschluss berichtet das prominente Dopingopfer Jörg Börjesson am Mittwoch, den 31. Mai, von seinem langen Leidensweg.
Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Haus der Volkshochschule, der Eintritt beträgt 2 Euro.



