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Terrorismus 

Die Wurzeln des Terrorismus

Vortrag mit Prof. Dr. Udo Steinbach

Der Terrorismus hält mit seinen blutigen Anschlägen von New York über Madrid und London bis zum Irak die Welt in Atem. Doch wo liegen seine eigentlichen Ursachen? Dieser Frage widmete sich Prof. Dr. Udo Steinbach, Leiter des Deutschen Orient-Instituts, in einem ebenso fundierten wie engagierten Vortrag an der VHS.
Steinbach erinnerte daran, dass das Phänomen Terrorismus "nicht aus heiterem Himmel gekommen ist und nicht erst seit dem 11. September 2001 besteht".  Er deutete den aktuellen Terrorismus, der "keine Massenbewegung" sei, als Folge einer langen Auseinandersetzung des Islams mit der westlichen Welt. Dabei sei es zu einer Kette von Niederlagen und Enttäuschungen gekommen, die im letzten Jahrhundert von der Gründung des Staates Israel über den verlorenen Sechstagekrieg 1967 bis zum ersten Irakkrieg der USA reiche. Daraus resultiere ein tief sitzendes "Unterlegenheitsgefühl" der islamischen gegenüber der westlichen Welt.

Geburt des "Dschihadismus"

Im Zuge dieser Auseinandersetzung entstand Steinbach zufolge auch eine radikale islamische Bewegung, die Ayatollah Khomeinei in einer "Revolution von unten" 1978/79 an die Macht im Iran brachte. Von hier aus wurde der "Dschihadismus"  weiter getragen, insbesondere nach Beirut und Afghanistan, wo Osma bin Laden – unterstützt von den USA – die russischen Besatzer erfolgreich bekämpfte.
Anfang der 90er Jahre, so Steinbach, "blies die amerikanische Aggression gegen den Irak wieder neuen Wind in die erlöschende Glut des Dschihadismus" und gebar die Hydra des internationalen Terrorismus. In der Folge der beiden Irakkriege und mit Skandalen wie Abu Ghraib oder  Guantanamo habe "das Konzept der Demokratie in der arabischen Welt dramatisch an Glaubwürdigkeit verloren".
Abgesehen von dem schwachen Trost, dass "Terrorismus-Phänomene entstehen und vergehen und die militante Phase überschaubar ist", empfahl Udo Steinbach Maßnahmen und Strategien, um das Unterlegenheitsgefühl der islamischen Welt zumindest nicht noch weiter zu verstärken. In diesem Sinne warnte er auch eindringlich vor einer militärischen Option oder Sanktionen im Nuklearkonflikt mit dem Iran – hier müsse man zu einem "gemeinsamen Kompromiss gelangen und dem Iran das Recht auf zivile Nutzung der Kernenergie einräumen."

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