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Kunst- und Spendenaktion 

Räumt die Miene!

Ein Bericht von Anne Jung

Die Römer, so heißt es, hätten Salz auf die Felder Karthagos gestreut, um den Besiegten auch noch die Zukunft zu rauben. In den modernen Kriegen erledigt man diese menschenverachtende Aufgabe mit Minen. Sie verseuchen ganze Landstriche und machen sie auf lange Zeit unbewohnbar.
Minen sind Soldaten, die niemals schlafen. Das erklären afghanische Minenräumer den Kindern, um ihnen die Bedrohung deutlich zu machen. Auch viele Jahre nach Kriegsende verhindern Minen ein Leben ohne Gefahren. Sie machen ganze Gebiete unbetretbar und verhindern jede Form eines zivilen Lebens, weil sie den Gang aufs Feld, zum Markt, zur Wasserstelle, zur Schule unmöglich machen. Und weil so schon ein Kinderspiel im Freien zur lebensgefährlichen Unternehmung wird.
Die Herstellung einer Mine kostet einen Euro. Ihre Beseitigung bis zu 1.000 Euro. Sieben bis zehn Millionen Minen liegen in Afghanistan, zehn Millionen in Angola, Millionen in Kambodscha, in Tschetschenien, im Irak …
600 x Bewegung schaffen – Räumt die Minen. Unter diesem Motto haben sich die Hilfsorganisation medico international und der Konzeptkünstler Peter Zizka zusammengetan, um auf die Bedrohung aufmerksam zu machen, die von Minen und Blindgängern in vielen Ländern der Welt ausgeht. Dafür hat Peter Zizka die Kunstinstallation „Das Virtuelle Minenfeld“ geschaffen, die fotografisch genaue Abbildungen von Minen zeigt. Wer darüber geht, wird sich der bizarren Schönheit erfreuen, die dem Muster aus vielfältigen Formen und Materialien innewohnt. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich der schreckliche Gegenstand.
Im Rahmen der Kunst- und Spendenaktion können die begehbaren Segmente der Installation erworben werden. Aus dem Erlös werden die aufwändige Arbeit des Minenräumens, Maßnahmen zur psychischen und physischen Rehabilitation von Minenopfern sowie die Aufklärung der Bevölkerung über die Minengefahr in den medico Projektgebieten in Angola, Afghanistan, Kambodscha oder El Salvador finanziert.

Menschenrecht auf Gesundheit

medico international setzt sich seit über 30 Jahren für das Menschenrecht auf Gesundheit ein. Gemeinsam mit ihren Partnern in Afrika, Asien und Lateinamerika bemüht sich die Hilfsorganisation um Lebensverhältnisse, die ein Höchstmaß an Gesundheit ermöglichen. Die Projekte von medico international beschäftigen sich mit den Ursachen von Armut und Gewalt. Zu Beginn der 90er Jahre initiierten medico international und ihre US-amerikanische Partnerorganisation Vietnam Veterans of America Foundation (VVAF) die Kampagne zur Ächtung der Landminen. Daraus entstand eine der erfolgreichsten zivilgesellschaftlichen Initiativen weltweit. 1997 wurde der Kampagne zur Ächtung der Landminen der Friedensnobelpreis verliehen. Diese globale Bürgerbewegung hat mit dem „Vertrag von Ottawa“ die weltweite Ächtung der Anti-Personen-Minen durchgesetzt. Erstmals in der Geschichte gelang es, den vereinigten Militärs dieser Welt ein Waffenverbot abzuringen. Ein Erfolg, der zur Weiterarbeit verpflichtet. Denn 1. muss der Vertrag von Ottawa von allen Ländern unterzeichnet werden, 2. muss ein Verbot aller Minen, die Zivilisten verletzen können, erreicht werden, 3. muss die vollständige Minenräumung weiter unterstützt und eingefordert werden. Auch vor diesem Hintergrund setzt die Kunst- und Spendenaktion ein wichtiges Signal.
Die Ausstellung „Das virtuelle Minenfeld“ des Künstlers Peter Zizka wird in Zusammenarbeit mit dem Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück und der international tätigen Hilfsorganisation medico international vom 17. August bis zum 17. September 2006 im Oberlichtsaal des Kulturgeschichtlichen Museum zu sehen sein.

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