Dr. Johannes F. Hartkemeyer ist vom Bundespräsidenten Horst Köhler für sein soziales, ökologisches und bildungspolitisches Engagement mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.
„Nicht wegsehen, sondern hinsehen, auch wenn es unbequem ist“ – diese Haltung sieht Dr. Reinhold Kassing, Erster Kreisrat des Landkreises, auf ganz besondere Weise durch den Direktor der Volkshochschule der Stadt Osnabrück verkörpert. In seiner Laudatio im Bramscher Tuchmachermuseum zeichnete er vor einem großen Kreise aus Familie, Verwandten, Bekannten und Weggefährten einen Lebenslauf von Hartkemeyer, „der so vielfältig ist, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.“
Ehrenamtliches Engagement auf vielen Ebenen
Geboren wurde Johannes F. Hartkemeyer 1950 in Bramsche als Sohn eines Landwirts, der früh verstarb. In jungen Jahren musste er so schon Verantwortung auf dem elterlichen Hof übernehmen und konnte keine weiterführende Schule besuchen. Sein ehrenamtliches Engagement begann schon 1966 mit dem Eintritt in die Katholische Landjugendbewegung, wo er sich von Anfang an für eine nachhaltige Landwirtschaft und den Umweltschutz einsetzte.
Stark geprägt ist sein Lebenslauf aber auch durch die intensive und hartnäckige Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, die er durch zahlreiche Zeitzeugen-Interviews, ein internationales Symposium zu den Emslandlagern und das gemeinsam mit seiner Frau verfasste Buch „Die Hölle von Bramsche“ betrieb.
Nicht zuletzt zeichnete sich Hartkemeyer, der erst über den zweiten Bildungsweg zum Studium und zur Promotion kam, durch seine innovative Arbeit und Theorie in der Erwachsenenbildung aus. Mehr als 100 Zeitschriftenaufsätze und Bücher hat er mittlerweile zu diesem Thema verfasst und gemeinsam mit seiner Frau Martina Osnabrück zum Zentrum des an der Volkshochschule angebotenen Dialogverfahrens gemacht.
"Ein Mensch mit Visionen"
„Johannes Hartkemeyer“, so resümierte Kassing, „hat sich in seinem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement als ein Mensch mit Visionen gezeigt, der immer für Neues aufgeschlossen ist und gerne auch einmal quer denkt.“
In seiner Dankesrede weitete Johannes Hartkemeyer seine Ehrung durch das Verdienstkreuz prompt auf alle seine Gäste aus, da „sie mich tatkräftig begleitet und unterstützt haben.“ Sie sei auch Anerkennung für alle diejenigen, „die sich nicht anpassen und auf ihren eigenen Gedanken bestehen.“ Mit einem kritischen Blick auf aktuelle Entwicklungen in der Atompolitik oder Genforschung forderte er abschließend: „Auch wenn sich vieles verbessert hat, ist Engagement weiter notwendig.“



