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Englischunterricht zwischen Corona und RamadanPrüfungsvorbereitung unter erschwerten Bedingungen

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Noch immer ist die VHS für BesucherInnen geschlossen. Doch unsere Schulabschlusslehrgänge machten hier eine Ausnahme. Sie haben sich in den letzten Wochen konzentriert auf die im Augenblick stattfindenden Prüfungen zu den Haupt- Und Realschlussabschlüssen vorbereitet.

Unter Homeschooling-Bedingungen, später dann mit Eingangskontrollen, Abstandsgeboten und Hygienevorschriften war das für SchülerInnen und Lehrkräfte keine ganz einfache Aufgabe und manchmal eine große Herausforderung!

Angelika Pätzold, die im Vorbereitungslehrgang für junge Geflüchtete das Prüfungsfach Englisch unterrichtet, berichtet von ihren Erfahrungen unter diesen verschärften und teilweise wirklich schwierigen Bedingungen.




Die TeilnehmerInnen des Englisch-Kurses mit Angelika Pätzold und Inna Kononiuk
Die TeilnehmerInnen des Englisch-Kurses mit Angelika Pätzold und Inna Kononiuk

Es war schon Mitte März. Noch zwei Wochen bis zu den Osterferien in Niedersachsen. Insgesamt nur noch sechs Wochen bis zu den schriftlichen Prüfungen. "Endspurt" also für die TeilnehmerInnen des VHS-Lehrgangs zur Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss für junge Geflüchtete.

"Endspurt" auch für Karina, Delsauz, Jalil und Rashid aus Syrien und aus dem Iran, die sich außer in Deutsch, Mathematik, Physik, Erdkunde und Geschichte auch im Fach Englisch prüfen lassen wollten. Keine leichte Kür, hatten sie doch erst vor zwei bis drei Jahren begonnen, Deutsch als Fremdsprache zu lernen. Der Lernstoff in Englisch war also durchgearbeitet und nun galt es zu wiederholen, zu üben, zu vertiefen und nochmal zu wiederholen.

Doch dann eine Rundmail der VHS-Leitung: wegen Covid-19 ab sofort kein Unterricht mehr möglich! Die VHS geschlossen, für TeilnehmerInnen und Kursleitende gleichermaßen. MitarbeiterInnen der VHS zum Teil im Home-Office und nur noch telefonisch, schriftlich oder mit Sondertermin erreichbar. Bis auf weiteres. Wie lange würde dieses "bis auf weiteres" dauern?

Bange Fragen stellten sich uns, den KursteilnehmerInnen, der Projektleitung Inna Kononiuk und mir als Dozentin: Wie sollte man miteinander in Kontakt bleiben? Würden die Prüfungen nur verschoben? Würde es etwa das Aus für das gesamte Schuljahr bedeuten? Würden die TeilnehmerInnen durchhalten? Oder würden sie resignieren, das Schuljahr abbrechen? Die Kenntnisse in Deutsch, Mathematik, Physik, Geschichte, Erdkunde und Englisch vergessen haben, bevor es wieder weitergehen konnte?

Nach den Osterferien bestand endlich dank dem Einfallsreichtum, den Bemühungen und der Beharrlichkeit einiger besonders engagierter VHS-MitarbeiterInnen und Kursleitenden die Möglichkeit, neben Post, E-Mail oder WhatsApp nun auch per Videokonferenz miteinander in Kontakt zu treten. Es gab wieder einen – wenn auch reduzierten – Stundenplan mit festen Zeiten für den Unterricht per Videokonferenz.

Eine ganz neue Erfahrung für alle Beteiligten, die trotz mancher technischer Probleme viel Spaß machte und neue Möglichkeiten für das selbstständige Lernen bot.

Einigen Lernenden fehlten jedoch geeignete Endgeräte, so sehr sich die VHS in diesem Punkt um Abhilfe bemühte. Ein vollwertiger Ersatz für den Unterricht im Kursraum wurde das Instrument der Videokonferenz letztlich nicht. Die Motivation der meisten TeilnehmerInnen und die Disziplin, sich den neuen Stoff selbständig zu erarbeiten und regelmäßig online an den Tutorien teilzunehmen, bröckelten, je länger die Situation anhielt.

Ein unerwarteter Vorteil des Online-Lernens während der allgemeinen Schulschließungen ergab sich jedoch gerade für die muslimischen TeilnehmerInnen: In diesem Jahr fiel der Fastenmonat Ramadan genau in die Zeit des "Shutdown" und es war eine Erleichterung, am Tag von zuhause aus auf Essen und Trinken zu verzichten.

So lange die Corona-Pause auch scheinen mochte: Vier Wochen nach dem Ende der Osterferien konnte Mitte Mai der Unterricht unter strengen Hygieneauflagen und in geteilten Gruppen wieder stattfinden. Alle freuten sich, zu einem Stück Normalität zurückkehren zu können, aber es war nicht zu verleugnen: Vieles des bereits Gelernten war in der Zwangspause auch wieder vergessen worden.

Nächste Woche werden die Prüfungen geschrieben. Umso mehr gilt es nun, allen Prüflingen die Daumen zu halten und ihnen eine besondere Portion Glück zu wünschen!

Bramsche, 16.06.2020 Angelika Pätzold

PS: Das Daumendrücken hat geholfen! Karina, Delsauz, Jalil und Rashid haben die Englisch-Prüfungen bestanden – ganz herzlichen Glückwunsch an euch!

Der Unterricht selbst durfte ohne Maske stattfinden – das Abschlussfoto auch ;-)
Der Unterricht selbst durfte ohne Maske stattfinden – das Abschlussfoto auch ;-)

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