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Menschenbeben. Ursachen, Formen und Folgen von Flucht

„Auf der Suche nach einem sicheren Exil werden dem Flüchtling von den Behörden eines Staates, der ihn nicht aufnehmen will, auf dem Globus verschiedene andere Staaten gezeigt, in die er ausreisen könne. In ihnen würde er sicher aufgenommen werden. Nach einer kurzen Pause fragt der Flüchtling die Beamten: ´Haben Sie keinen anderen Globus?`“

Jacob Taubes, Religionsphilosoph (1923 – 1987)

 "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht", heißt es in Artikel 16, Absatz 2, Satz 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Es waren die eigenen bitteren deutschen Erfahrungen mit politischer, rassistischer oder religiöser Verfolgung, die nach dem Ende der NS-Schreckensherrschaft dem Asylrecht Verfassungsrang verschafften. Heute hat Flucht viele Gesichter. Menschen fliehen vor einer ökologisch bedingten Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen, vor den verheerenden Folgen der wirtschaftlichen Ausplünderung und der ungerechten Verteilung von Ressourcen, vor allem aber fliehen sie vor Unterdrückung, Verfolgung und Krieg. Niemals seit Ende des Zweiten Weltkriegs gab es weltweit mehr Flüchtlinge als jetzt. Mehr als 60 Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen und sind auf der Flucht. Die meisten von ihnen leben als Binnenflüchtlinge im eigenen Land oder sind in Nachbarstaaten emigriert.

Auch Deutschland ist in bislang ungeahntem Ausmaß von den Fluchtbewegungen betroffen. Wir nehmen dies als aktuellen Anlass, uns intensiv im Rahmen einer gemeinsamen Tagung mit den Ursachen, Formen und Folgen von Flucht zu befassen.

Wir haben diese Tagung „Menschenbeben“ genannt  in Anlehnung an das 1983 erschienene Buch  „Menschenbeben. Der Aufstand gegen das Unerträgliche“ des Zukunftsforschers und Friedensaktivisten Robert Jungk. Anlass waren damals die fortgesetzten Aufrüstungsbemühungen mit atomaren Vernichtungswaffen  in Ost und West während des Kalten Krieges und die daraus resultierenden weltweiten Proteste gegen Krieg,  Unmenschlichkeit und Gewalt.

Auch heute wieder sind wir mit Unerträglichem konfrontiert. Der arabische Frühling ist vielerorts in einen eiskalten arabischen Winter umgeschlagen. Bürgerkriege verheeren viele Länder und Terrorgruppen führen im Namen der Religion Krieg gegen Regierungen und vor allem die Zivilbevölkerung und zwingen sie zur Flucht. Gleichzeitig führen uns, gerade in Deutschland, viele Gruppen vor Augen, dass es zu einem neuen „Menschenbeben“ im Sinne eines zivilgesellschaftlichen Engagements für Notleidende und Hilfesuchende gekommen ist. Allerdings sind Migrationsprozesse und die Integration in eine Gesellschaft gleichzeitig alles andere als konfliktfrei, wie es sowohl Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte oder auch die Ereignisse am Kölner Hauptbahnhof erschreckend deutlich machen.


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