Kontakt & Feedback

Tagung "Menschenbeben" fand großen Zuspruch | Nachlese

Impressionen

Noch vor wenigen Jahren sahen viele das Ende der Nationalstaaten heraufdämmern. Schlagbäume fielen, die Europäer genossen ihre Reisefreiheit und es begann sich ein vereintes aber buntes Europa der verschiedenen Nationen und Kulturen abzuzeichnen.

Heute haben Landesgrenzen wieder Konjunktur. Sie sind manchmal willkürlich und abstrakt, aber sie prägen das Schicksal von Millionen. Die Festung Europa wird nationalistischer und schottet sich ab. Das Mittelmeer mutiert vom gemeinsamen Kultur- und Handelsraum zwischen Europa und Afrika zur unüberwindbaren und oft tödlichen Barriere, die Balkanroute wird dichtgemacht, die Spielregeln werden verändert.

Ein Wochenende lang stand im April das Schicksal von Flüchtlingen im Mittelpunkt einer Tagung unter dem Titel "Menschenbeben. Ursachen, Formen und Folgen von Flucht". Gemeinsam mit der Erich Maria Remarque-Gesellschaft führte die VHS mit großer Resonanz die vierte gemeinsame Tagung durch. Es ging an diesem Wochenende um die massenhafte Flucht von Menschen vor Terror, Krieg, Gewalt, Unterdrückung, Folter, vor der Nichtachtung der Menschenrechte, politischer, religiöser oder rassistischer Verfolgung und der fortschreitenden Zerstörung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Lebensgrundlagen. Mehr als 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Mehr als 60 Millionen einzelne Schicksale.

Die Flüchtlingsdebatte hat unsere Gesellschaft verändert - und sie hat gespalten. Eine Welle von Hilfsbereitschaft – auch in Osnabrück – auf der einen Seite. Fremdenhass, Angst vor Überfremdung, Erstarken rechter nationalistischer Strömungen auf der anderen Seite. Insgesamt 14 Referentinnen und Referenten griffen die wichtigsten Themen auf. Vertreter des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien zeichneten die großen Linien der Migrationsbewegungen nach und fragten nach Fluchtursachen.

Der langjährige Leiter des Deutschen Orientinstituts, Prof. Dr. Udo Steinbach, und die Syrien-Expertin Larissa Bender beleuchteten die Hintergründe der gescheiterten Revolten und Bürgerkriege im Nahen und Mittleren Osten und Nordafrika. Lioba Meyer und Tilman Westphalen stellten Verbindungen zwischen den Werken Remarques und der heutigen Situation her und in einer Podiumsrunde wurde über die Rolle der Kunst angesichts von Krieg und Gewalt debattiert.

Für Betroffenheit sorgte eine Lesung von Schülern der Osnabrücker Ursulaschule, die, untermalt durch Beiträge von Francesco Impastato, Rettern und Geretteten der Schiffskatastrophe vor Lampedusa eine Stimme gaben.

Hier einige Impressionen der Tagung, deren Ergebnisse im kommenden Jahr als Buch veröffentlicht werden sollen.

Möglich geworden war die Tagung durch die großzügige Unterstützung durch die Stiftung Niedersachsen und die Stiftung der Sparkasse Osnabrück.

Logo Stiftung Niedersachsen
Logo Stiftung Niedersachsen
Logo Stiftung der Sparkasse Osnabrück
Logo Stiftung der Sparkasse Osnabrück
Tagung Menschenbeben 08.04. - 10.04.16 | Zusammenfassung im Film | Film: Charlotte Bösling für VHS Osnabrück

nach oben

Volkshochschule
der Stadt Osnabrück GmbH

Bergstraße 8
49076 Osnabrück

E-Mail & Internet

info@vhs-os.de
Kontaktformular

Telefon & Fax

fon 05 41 / 323 - 22 43
fax 05 41 / 323 - 43 47

Kontakt & Anfahrt

Anfahrt
Öffnungszeiten

© 2017 Konzept, Gestaltung & Umsetzung: ITEM KG