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Holzskulptur

Nachlese | talentCampus - Selbstporträts der ganz besonderen Art

or 10. Mai 2017

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15 junge Flüchtlinge haben in den Osterferien in der Werkstatt des Osnabrücker Holzbildhauers Franz Greife Skulpturen aus Holz erarbeitet, Deutsch gelernt und jede Menge Spaß gehabt. So viel Spaß, dass sie am liebsten gleich weitergemacht hätten.




Dieser Artikel von Ulrike Schmidt erschien auch mit einigen Bildern in der Neuen Osnabrücker Zeitung am 25.04.2017

Am Ende waren alle völlig zurecht mächtig stolz. 15 junge Flüchtlinge haben in den Osterferien in der Werkstatt des Osnabrücker Holzbildhauers Franz Greife Skulpturen aus Holz erarbeitet, Deutsch gelernt und jede Menge Spaß gehabt. So viel Spaß, dass sie am liebsten gleich weitergemacht hätten.

Talentcampus heißt das ganztägige Ferienprogramm, das die Volkshochschule Osnabrück diesmal mit dem Berufsschulzentrum Westerberg (BSZW) und dem Osnabrücker Bund Bildender Künstler veranstaltet hat. Die elf Jungen und fünf Mädchen zwischen 16 und 18 Jahren besuchen die Sprachlernklassen am Westerberg. Einige sind schon länger in Osnabrück und gehen in die Sprintklassen, andere leben erst seit kurzer Zeit hier und erhalten erste Deutschkenntnisse in den Startklassen.

Ein Klotz Lindenholz

„Dem Anderen ein Gesicht geben“ hieß das Ferienprogramm. Doch die Jugendlichen wollten lieber sich als andere porträtieren, erzählte Franz Greife. So fotografierte der Künstler die Schülerinnen und Schüler, die danach den Umriss ihres Halbporträts auf einen Klotz Lindenholz übertrugen, ehe sie mit der Kettensäge weitermachten.

Der gesamte Prozess wurde von Sprachunterricht begleitet, den Projektleiterin Iris Sieker vom BSZW und Marion Hilkmann von der Volkshochschule übernahmen. Natürlich ging es um den Wortschatz Holz, Werkzeuge, Werkstatt und Arbeitssicherheit, aber auch um die Beschreibung der Unterschiede oder Kritik. Die jugendlichen Flüchtlinge tauschten sich auch über ihre Herkunftsländer Afghanistan, Gambia, Guinea, Irak, Libyen, Somalia und Syrien und über Religionen aus.

Zeltlager-Stimmung

Zeit dazu gab es beim gemeinsamen Mittagessen und dem anschließenden Abwasch, bei dem sich die Jungen als erste meldeten, wie Sieker mit einem Lächeln erzählte. „Eine Stimmung wie beim Zeltlager“, ergänzte Hilkmann. Die Atmosphäre ermögliche den Jugendlichen neue Erfahrungen und ein Gemeinschaftserlebnis, aber auch individuelle Freiräume – wie bei einem Ferienaufenthalt“, sagten die Projektleiterinnen der Volkshochschule, Marion Beier und Angelika Schlößer.

Auch bei Kälte im Freien

Auch bei wenig anheimelnden Temperaturen arbeiteten die jungen Leute meist außerhalb Greifes Atelier am Knappsbrink. Beim Arbeiten standen die Mädchen den Jungen in Nichts nach. Nur an eine Sache mussten sie sich erst gewöhnen: das Kompostklo. „Das war am Anfang komisch“, kicherten Rebicca Kourbaj, ihre Kusine Natalie Alraie und Berivan Hannan. Sie kommen alle aus Syrien, sprechen so gut wie perfekt Deutsch und werden im kommenden Schuljahr auf die Angelaschule wechseln. Berufspläne haben sie auch schon vor Augen: Rebicca (16) will irgendwas mit Medizin mache, Natalie (17) Ingenieurin und Berivan (17) Chemikerin oder Chemielehrerin werden.

Tischler-Lehre gesucht

Alaban Sonko aus Gambia sucht dagegen eine Lehrstelle als Tischler. In seiner Heimat habe er bereits als Tischler gearbeitet, erzählte der 18-Jährige. Sein Kumpel Mohamad Abshiir aus Somalia würde gerne Straßenbauer werden.

Franz Greife hat die Arbeit mit den jungen Menschen aus den verschiedenen Kulturen sehr viel Freude gemacht, wie der Künstler und Pädagoge berichtete. Von den jungen Syrerinnen gab es ein schriftliches Dankeschön, einen Brief an „Herrn Franz“.

Talentcampus ist ein Ferienbildungsprogramm des Deutschen Volkshochschulverbandes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für die Initiative „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ gefördert wird. Die VHS Osnabrück hat bereits zahlreiche Projekte dieser Art mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Durch das niedrigschwellige und kostenfreie Angebot sollen primär Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren aus bildungsfernen Milieus erreicht werden.


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