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Nachlese: Jörg Armbruster zum Bürgerkrieg in Syrien

3. November 2014

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Die gemäßigten Kräfte unter den Aufständischen verlieren an Einfluss, das Regime selbst sitzt nach den verhinderten Luftschlägen wieder fester im Sattel: Laut Jörg Armbruster spricht vieles dafür, dass der Bürgerkrieg in Syrien in die nächste Runde geht. Der langjährige ARD-Auslandskorrespondent war am Dienstagabend zu Gast in der VHS Osnabrück.




Die gemäßigten Kräfte unter den Aufständischen verlieren an Einfluss, das Regime selbst sitzt nach den verhinderten Luftschlägen wieder fester im Sattel: Laut Jörg Armbruster spricht vieles dafür, dass der Bürgerkrieg in Syrien in die nächste Runde geht. Der langjährige ARD-Auslandskorrespondent war am Dienstagabend zu Gast in der VHS Osnabrück.

In seinem Vortrag „Brennpunkt Nahost – Israel und das neue Arabien halten die Welt in Atem“ beleuchtete Armbruster vorwiegend die Situation in Syrien, sparte aber auch die Entwicklungen in anderen Ländern der Region nicht aus. Dies galt zum Beispiel für den Militär-Putsch gegen die Muslimbruderschaft in Ägypten. Damit werde zum einen die Demokratisierung des Landes verhindert und zum anderen die Bereitschaft für Terror geschürt, analysierte Armbruster. Der Journalist ging zudem auf die Lage in Israel ein, wobei er vornehmlich den Bezug zum Bürgerkrieg in Syrien herstellte. Denn dessen Nachbarland drohe „die Wahl zwischen Pest und Cholera“: Weder das Assad-Regime noch ein Sieg von radikalen Aufständischen seien im Sinne der Israelis, betonte der Referent.

Genau diese zunehmende Radikalisierung beleuchtete der Journalist, der im Frühjahr im Rahmen seiner Berichterstattung in Syrien von einem Scharfschützen lebensgefährlich verletzt worden war, im ersten Teil seines Vortrags. Er illustrierte die Entwicklung anhand von zwei Ereignissen im Norden des Landes: Dabei ging es um die Entführung von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen durch Dschihadisten, die einen Gottesstaat errichten wollten. Die Radikalisierung werde zudem durch das Vorgehen des Regimes geschürt, betonte Armbruster, der selber Zeuge von Angriffen wurde: „Assad übt Terror gegen die eigene Bevölkerung aus“, fasste er zusammen. Deshalb spräche auch vieles dafür, dass die derzeitigen Machthaber für den Einsatz von Chemiewaffen verantwortlich seien.

Der Auslandskorrespondent blickte zudem zurück auf die vergangenen Wochen, als es um einen möglichen Luftschlag der USA wegen des Chemiewaffenterrors ging. Durch die Zusicherung Assads, dass die Waffen unter internationaler Kontrolle zerstört werden könnten, seien dieser und Russland als Verbündeter Sieger des internationalen Ringens. Die USA hätten hingegen an Einfluss eingebüßt und die Aufständischen im Norden des Landes seien die Verlierer. Die Vernichtung von Chemiewaffen sei selbstverständlich zu begrüßen, betonte Armbruster. Die Beendigung des Bürgerkriegs werde so aber nicht beschleunigt, lautete seine bedrückende Prognose.

(Müller-Detert)


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