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Nachlese: Von der konkreten Utopie zur realen Vision

3. November 2014

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Zukunftsbilder der Stadt Prof. Dr. Rolf Kreibich referierte über die großen Zukunftsthemen unserer Städte. Es ging um die Weichenstellung in der Siedlungsplanung, im Wohnungsbau, in der Infrastruktur oder bei der Planung von Gewerbegebieten und darum, wie eine lebenswerte Stadt der Zukunft aussehen kann und was wir heute dafür tun müssen.




Kreibich fordert „Jahrhundert der Ressourceneffizienz“
Zukunftsforscher referiert in der VHS Osnabrück

Menschen, die vor 100 Jahren gelebt haben, würden das Heute vermutlich als Paradies empfinden, ist sich Prof. Rolf Kreibich sicher: Mehr Einkommen, größere Produktivität, längere Lebenszeit. Der Referent klammerte allerdings auch die Schattenseiten der Entwicklung nicht aus, seien es Kohlendioxidemissionen oder das Abholzen von Regen- wäldern. Seine Forderung lautet daher, dass sich moderne Technologie und Nachhaltigkeit ergänzen müssen. Das Fazit seines Vortrags „Die nachhaltige Stadt – eine reale Vision“ in der VHS Osnabrück: „Wenn das 21. Jahrhundert nicht das Jahrhundert der Ressourceneffizienz wird, dann werden wir es nicht überstehen.“

Im laufenden Semester schaut die VHS Osnabrück nach vorne: „Zukunft – Entwürfe, Prognosen, Phantasien“ lautet die Veranstaltungsreihe, die sich mit der künftigen Arbeitswelt, Energiefragen oder der wachsenden Weltbe- völkerung befasst. Den Auftakt machte Kreibich. Der Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) stellte allerdings nicht nur seine „reale Vision“ vor, sondern erläuterte auch Aufgaben und Vorgehen der Zu- kunftsforschung. Diese biete mittel- und langfristige Orientierung, um kurzfristig vernünftig zu handeln, verdeutlichte der Referent.

In diesem Rahmen haben die Wissenschaftler die wichtigsten Trends identifiziert und daraus Handlungsfelder und Leitperspektiven abgeleitet. Entstanden ist eine lange Liste, die zum Beispiel Bürgerbeteiligung, nachhaltige Ökonomie, sparsames und effizientes Nutzen von Flächen oder ressourcenschonendes und klimaschützendes Planen und Bauen umfasst. Ebenso muss eine Stadt- und Regionalentwicklung der kurzen Wege mit einer Funktions- mischung von Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Freizeit und Kultur umgesetzt werden, unterstrich Kreibich. Kurz: Wissenschaftsgesellschaft und Nachhaltigkeitsgesellschaft gehören zusammen.

Genau dieses perspektivische Denken vermisst Kreibich allerdings in Politik, Wirtschaft oder Finanzwelt. Sie würden allenfalls einige Jahre nach vorne blicken und zentrale Fragen nicht behandeln. Dies verdeutlichte der Referent mit zahlreichen Beispielen, sei es die Unausweichlichkeit der Finanzkrise, extreme Einkommensunterschiede oder dem Verschlafen von zukunftsweisenden Technologien. Die Folge, so Kreibich: „Das ist eine Rumwurstelei ersten Ranges.“

(Henning Müller-Detert)


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