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Nachlese: Wilfried Bommert zur Ernährungskrise

3. November 2014

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Wie kann man die Welternährungskrise aufhalten? Welche Ursachen und Folgen hat es, die auch uns betreffen? Dies zeigt der Leiter der Umweltredaktion des WDR´s, Wilfried Bommert, in seinem Vortrag auf. Durch spannende Statistiken und fesselnde Erzählungen zieht er seine Zuhörer in den Bann.




Am 17. September 2013 fand in der Volkshochschule der Stadt Osnabrück ein interessanter Vortrag aus der Reihe „Irrwege der Welternährung“ in Kooperation mit dem Colloquium Dritte Welt statt. Aufgrund der thematischen Aktualität und dem bekanntlich sachlich fundierten Wissen und Argumenten von Bommert war dieser auch gut besucht. Bommert, der beim WDR Leiter für die Umweltredaktion ist, beschäftigt sich mit diesem Themenkomplex seit einigen Jahren.

Zu Beginn zählte Bommert die Ursachen für die anstehende globale Ernährungskrise auf. Als Ursachen nannte er den Klimawandel, den Verlust der Bodenfruchtbarkeit, die industrielle Monokultur und die Anfälligkeit der Gentech-Pflanzen.

So habe in den letzten Jahren die Anzahl der Unwetter signifikant zugenommen. Daraus und aus der teilweise unproduktiven Agrarwirtschaft seien knapp 30 Prozent des weltweiten Bodenvorkommens unfruchtbar geworden. Als Beispiel zog Bommert den „Dust Bowl“ heran, der im Frühjahr 1935 über die südlichen Great Plains von Kansas, Colorado, Oklahoma, Texas und New Mexico hinwegfegte und dabei dutzende Hektar Land in eine unfruchtbare trostlose Wüstenlandschaft verwandelte.

Als nächstes widmete er sich dem Thema der industriellen Monokultur. Laut dem Leiter der Umweltredaktion des WDR´s seien ungefähr 95 Prozent der verschiedenen Anbauarten bereits verschwunden. Folglich komme es immer häufiger zum Anbau von Monokulturellen, bei denen die Gefahr des kompletten Ernteverlustes ein tückischer Begleiter sei.

Des Weiteren ging Bommert auf die steigenden Preise für Lebensmittel ein. Eine Steigerung dieser habe verschiedene Gründe. Dazu zähle unter anderem die zukünftige Knappheit an Ölvorkommen, aus dem eine Steigerung des Ölpreises resultiert, sowie die Spekulationen über die Agrarwirtschaft an der Börse.

Als Lösung sieht Bommert ganz klar die Förderung der Kleinbauern, die sich momentan nur schwer bis gar nicht gegen die industriellen Großbetriebe behaupten können. Es gebe ca. 700 Mio. Kleinbauern auf der Welt, die man gezielt durch neue Arbeitsgeräte, eine bessere Vernetzung zu Märkten, eine bessere Infrastruktur, die Möglichkeit einer akademischen Bildung und eine generelle Imageaufbesserung des verrufenen Tätigkeitfeldes des Bauers fördern müsse.

Dieses Thema zog viele Zuhörer in seinen Bann und regte zu neuen Denkmustern im Bereich Ernährung an. So solle man sich mehr damit beschäftigen, was man wie oft die Woche konsumiere und überhaupt zum Überleben brauche.

Gegen Ende des Vortrages kam es zu einer spannenden und vielseitigen Diskussion mit reger Beteiligung von allen Seiten.

Insgesamt war es ein gelungener Vortrag mit einer vielseitigen Argumentationsstruktur und einer daran anschließenden lebhaften Diskussion. Die Atmosphäre war durchgängig konstruktiv und einladend, sodass man sich auf den Vortrag aus dieser Reihe am Dienstag den 22.Oktober über „Die neue Knappheit“ von Martin Hofstetter freuen kann.

(Niebrügge)


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