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Nachlese: Anke Grotlüschen - Leo und PIACC

3. November 2014

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Mehr maßgeschneiderte Fortbildungen für wenig qualifizierte Arbeitnehmer, zusätzliche Hilfen für Migranten: Diese Forderungen stellt Prof. Anke Grotlüschen von der Universität Hamburg. Die Wissenschaftlerin und Autorin der leo.-Level-One Studie hat Forschungen über die Kenntnisse von Erwachsenen in den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechnen und Computer ausgewertet.




PIACC statt PISA: Auch die Erwachsenen schwächeln

Anke Grotlüschen referierte in der VHS Osnabrück

Mehr maßgeschneiderte Fortbildungen für wenig qualifizierte Arbeitnehmer, zusätzliche Hilfen für Migranten: Diese Forderungen stellt Prof. Anke Grotlüschen von der Universität Hamburg. Die Wissenschaftlerin und Autorin der leo.-Level-One Studie hat Forschungen über die Kenntnisse von Erwachsenen in den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechnen und Computer ausgewertet. In der Veranstaltung "Leo und PIAAC – Wird die Bildungskluft in Deutschland immer größer?", zu der das Regionale Grundbildungszentrum der Volkshochschule Osnabrück eingeladen hatte, stellte sie Ergebnisse und Schlussfolgerungen vor. Daran schloss sich die Frage an, wie die Erwachsenenbildung dem Trend gegensteuern kann.

Die internationale PIAAC-Studie entspricht dem PISA-Test für Erwachsene. Und die im Oktober 2013 vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass der vielzitierte Satz "Früher war alles besser" für den Bereich Bildung so nicht stimmt, wie VHS-Geschäftsführer Dr. Carl-Heinrich Bösling in seiner Begrüßung feststellte. Denn mit der Untersuchung wurde nachgewiesen, dass Deutschland nur einen Platz im unteren Mittelfeld belegt.

Ein Ergebnis: 17 Prozent der Bevölkerung gehören zu den funktionalen Analphabeten. Das bedeutet: Sie können zwar Buchstaben lesen und schreiben, tun sich aber schwer mit längeren Wörtern und einer korrekten Schreibweise. Grotlüschen stellte detailliert vor, welche Bevölkerungsgruppen am stärksten betroffen sind und welche Auswirkungen die mangelnden Kenntnisse auf Berufsleben sowie Alltag haben. Auffällig, so Grotlüschen: Für Geringqualifizierte gebe es kaum passend zugeschnittene Weiterbildungen. "Wir müssen über die Grenzen schauen, wie es andere machen", sagte die Wissenschaftlerin. Darüber hinaus stellte sie dar, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in vielen Fällen trotz mehrerer Jahre Aufenthalt in Deutschland nur geringe Fortschritte in ihren Sprachkenntnissen vorweisen können. Auch für diesen Bereich müssten weitere Angebote entwickelt werden, forderte Grotlüschen.

Die Referentin berichtete außerdem von den sogenannten Mitwissern, die von den Schreib- und Leseschwierigkeiten ihrer Mitmenschen wissen, dies aber nicht ansprächen. Umso wichtiger sei es, dass Hilfsangebote wie Online-Portale oder das Alpha-Telefon bekannter würden.

Einen Beitrag leisten die Regionalen Grundbildungszentren. Ihre Arbeit stellte VHS-Fachbereichsleiterin Astrid Dinter vor. Den Zentren komme dabei eine große Bedeutung bei der Teilnehmergewinnung zu. Ein wesentlicher Baustein sei das Netzwerk für Alphabetisierung und Grundbildung, das 2012 gegründet wurde und an dem inzwischen 35 Einrichtungen beteiligt seien, berichtete Dinter. Die Netzwerkpartner würden mit Infomaterial versorgt, dazu gebe es Infoveranstaltungen und Schulungsangebote sowie einen runden Tisch Alphabetisierung.

In enger Kooperation mit dem Jobcenter wurde außerdem ein Intensivkurs "Alpha + Grundbildung"  für erwerbslose funktionale Analphabeten eingerichtet. Als neuen Service gibt es an der VHS eine Kontaktstelle Alphabetisierung, die Netzwerk, Beratung und Hilfestellung für die Teilnehmer miteinander verbindet.

Information bei der VHS Osnabrück unter 0541 / 323-2243 oder im Internet unter www.vhs-os.de.


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