Colloquium Dritte Welt – Umwelt und Entwicklung
Gewaltzustände
Die Ära, in der die Vormachtstellung des Westens unantastbar schien, ist inzwischen Vergangenheit. Die Länder des globalen Südens treten selbstbewusster auf und haben eine eigene Sichtweise auf die weltweiten Herausforderungen. Während die Politik der USA unter Trump zunehmend unberechenbar geworden ist, befinden sich die Vereinten Nationen in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Dabei wären eine starke Weltgemeinschaft und Diplomatie mehr denn je gefordert. Vor diesem Hintergrund scheinen bewaffnete Konflikte rund um den Globus zuzunehmen, während der Spielraum für Zivilgesellschaften angesichts eines zunehmenden Autoritarismus auch in westlichen Ländern schrumpft. Befinden wir uns inzwischen also in einem andauernden Gewaltzustand?
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Der Soweto-Aufstand 1976: Der Anfang vom Ende der Apartheid
Vor 50 Jahren, Mitte Juni 1976, protestierten Zehntausende Schüler:innen gegen die rassistische Bildungspolitik des Apartheidregimes. Damit begann die entscheidende Phase des Widerstands gegen die weiße Minderheitenregierung. Statt auf die Forderungen der Jugendlichen einzugehen, ließ die Regierung ihre Polizei auf die Kinder schießen, viele wurden verhaftet und gefoltert. Dadurch stachelten die weißen Machthaber den Widerstand nur weiter an und verspielten international ihr Ansehen. Der Vortrag wird den Soweto-Aufstand in den Zusammenhang der Geschichte von Apartheid und Widerstand einordnen. Nach der Demokratisierung Südafrikas erklärte die Regierung von Präsident Nelson Mandela den 16. Juni 1976 zum nationalen Feiertag. Darum soll auch die heutige Situation von Jugendlichen in Südafrika behandelt werden ebenso wie die Aufarbeitung der Apartheid.
Prof. Dr. Christoph Marx ist deutscher Historiker, Professor und Autor.
Im Schatten der Schlagzeilen: Klimagerechtigkeit in Zeiten des Krieges
Überflutete Dörfer, ausgetrocknete Böden, Menschen auf der Flucht vor Wasser oder Hitze – die Bilder der Klimakrise sind omnipräsent und doch droht diese stärker denn je in der Flut weltweiter Kriegs- und Krisenberichterstattung unterzugehen. Während die ausbleibende politische Regulierung die Treibhausgasemissionen fortlaufend ansteigen und das 1,5-Grad-Ziel in weite Ferne rücken lässt, eskalieren die durch die Klimakrise verursachten Schäden – und das besonders in jenen Ländern, die kaum zur Erderhitzung beitragen. Karin Zennig ist bei der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international in der Öffentlichkeitsabteilung für die Region Südasien und das Thema Klimagerechtigkeit zuständig. Sie wird uns von den Folgen der Klimakrise berichten, die auch hierzulande spürbar sind, aber besonders im globalen Süden immer verheerendere Ausmaße erreichen.