Aktuelle Politik
Ob lokale Themen, Bundespolitik oder internationale Entwicklungen – unsere Angebote schaffen Raum für aktuelle Informationen, Austausch und neue Blickwinkel auf das politische Geschehen.
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Das amerikanische Beben. Erfahrungen und Konsequenzen für die deutsche Demokratie
Die Historikerin Christina Morina verbrachte 2024/25 ein Jahr an der New School for Social Research in New York. Aus nächster Nähe erlebte sie dort das politische Comeback von Donald Trump – und die tiefen Risse, die dieses Ereignis in der amerikanischen Gesellschaft und ihrer demokratischen Kultur hinterließ. In ihrem neuen Buch – und nun in ihrem Vortrag – reflektiert Morina ihre persönlichen Beobachtungen und ordnet sie historisch ein. Sie fragt: Was unterscheidet die demokratischen Erfahrungen Deutschlands und der USA? Welche Lehren lassen sich aus der amerikanischen Krise ziehen? Und wie lässt sich eine demokratische Ordnung gegen ihre Feinde verteidigen?
Ein Abend über die Fragilität demokratischer Ordnungen – und darüber, wie man sie schützt.
Extrem rechte Frauen: Rollen & Strategien
Die extreme Rechte wird noch immer überwiegend als männlich geprägtes Phänomen wahrgenommen. Dabei übernehmen Frauen in extrem rechten Parteien und Bewegungen zentrale und sichtbare Funktionen – ihre Aktivitäten werden jedoch häufig unterschätzt oder weniger ernst genommen. Gleichzeitig bieten antifeministische Geschlechterpolitiken der extremen Rechten Anschlussmöglichkeiten in breite Teile der Gesellschaft. Der Vortrag beleuchtet, wie Geschlecht in der Ideologie der extremen Rechten konstruiert wird und welche strategischen Rollen Frauen innerhalb dieser Strukturen einnehmen.
Ausschlussklausel:
Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit oder während der Veranstaltung durch antifeministische, rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen, Verhaltensweisen oder Störungen in Erscheinung getreten sind, sind bzw. werden von der Veranstaltung ausgeschlossen. Gegebenenfalls machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch.
Populismus und Popkultur
Gefährlich präzise nutzen Populisten unsere kulturellen Räume als Waffe. Von TikTok-Trends bis zu vermeintlich "hochkulturellen" Debatten - sie verwandeln Emotionen in politisches Kapital und verpacken menschenfeindliche Ideologien in unterhaltsame Formate.Gernot Wolfram entlarvt die manipulativen Techniken moderner Verführer, die mit Fake News, Stimmungs-Management und digitalen Inszenierungen unsere gesellschaftliche Wirklichkeit umdeuten. Erschreckend deutlich wird: Nicht die offensichtliche Propaganda ist die größte Gefahr, sondern die schleichende Normalisierung von Zynismus und Empathielosigkeit im kulturellen Alltag.
Wohnen als Luxusgut: Der Wohnungsmarkt als Gefahr für unseren Zusammenhalt
Die Mieten steigen nicht, sie werden erhöht! Immer mehr Menschen fürchten um ihr Zuhause.
Lara Schulschenk analysiert in ihrem Buch »No Sweet Home – Wie der Mietenwahnsinn unser Zuhause und unseren Zusammenhalt zerstört« wie es so weit kommen konnte. Sie benennt die Verantwortlichen, räumt mit ewigen Mythen über den Wohnungsmarkt auf, weist auf Lösungsansätze hin und nimmt dreiste Wohnungsanzeigen auseinander. Doch das Wichtigste laut der Autorin: Niemand muss sich allein fühlen mit seiner Verzweiflung auf dem Wohnungsmarkt.
Vom Alpha-Mann zum Neonazi - Antifeministische Online-Radikalisierung
Antifeminismus ist integraler Bestandteil von Rechtsextremismus - und gleichzeitig gesellschaftlich omnipräsent. Da die patriarchale Vorherrschaft nach wie vor auf der Ausbeutung und Abwertung von Frauen und queeren Menschen basiert, begreifen Ich-schwache Männer feministische Emanzipation als Angriff nicht nur auf ihre Herrschaft, sondern auf ihre konkrete Persönlichkeit. Diese gekränkte Männlichkeit wird momentan vor allem über das Internet aufgefangen und bestätigt. Antifeministische Influencer wie der wegen Menschenhandel angeklagte Andrew Tate und misogyne Hasskampagnen machen Frauenhass als kollektive Unterhaltung salonfähig. Rechtsradikale Parteien Gruppierungen verwenden gezielt antifeministische und queerfeinndliche Inhalte als Radikalisierungs- und Rekrutierungsinstrument. Sie stellen faschistische Männlichkeitsbilder als Heilsversprechen gegen die Kränkungen und Ohnmacht der Moderne dar: der Feminismus hat dich kastriert, wir machen dich wieder zum Mann!
Die neoliberale, auf Selbstoptimierung ausgelegte Vorstellung des "Alpha-Mannes" als charismatischer Anführer und "Entrepreneur" geht hierbei regelmäßig fließend in faschistische Männlichkeitsbilder über - nicht zufällig, sondern wegen zahlreicher ideologischer Überschneidungen.
Diese Geschlechterbilder verbleiben jedoch selten im Internet, denn dieses ist kein von den analogen Verhältnissen abgekoppelter Raum, sonderen deren Spiegel. Antifeministische Online-Radikalisierung mündet immer wieder in konkreter Gewalt, bis sogar hin zum rechtsextremen und Incel-Terrorismus.
In diesem Vortrag zeigt die Autorin Veronika Kracher auf, inwieweit Kapitalismus, Faschismus und Geschlecht ineinander verwoben sind, und welche Rolle soziale Medien bei der Verbreitung antifeministischer Inhalte spielen, und wieso diese Phänomene nicht als Einzelfälle betrachtet werden dürfen – sondern als systematisches Problem.