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Antisemitismus in der Popmusik
Galt Popmusik einst als Medium der Emanzipation, scheint davon spätestens seit dem 7. Oktober nicht mehr viel übrig zu sein. Musiker*innen unterschreiben offene Briefe und Statements, die das Massaker der Hamas verharmlosen. Es wird zu Boykotten aufgerufen, Konzerte werden zu israelfeindlichen Kundgebungen. Das Massaker der Hamas war auch ein Angriff auf die Welt der Musik, auf Emanzipation und Freiheit. Die Weigerung weiter Teile der Popmusik, dies anzuerkennen, ist ebenso bemerkenswert wie die Selbstdarstellung einiger Musiker*innen als Freiheitskämpfer*innen.
Maria Kanitz und Lukas Geck sehen den 7. Oktober und den folgenden Krieg als Anlass, antisemitische Entgleisungen in der Popkultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Anhand zahlreicher Beispiele aus den letzten Jahren – etwa Roger Waters, Kanye West oder Macklemore – zeigen sie, in welchem Ausmaß Antisemitismus mittlerweile ins popkulturelle Repertoire eingesickert ist. Sei es die Unterstützung von Boykottkampagnen, Verschwörungsmythen in Liedern oder Konzerte bekannter Rockmusiker, in denen Musik lediglich der Verbreitung antisemitischer Propaganda dient. Bekannte nationale und internationale Musiker*innen nutzen ihre Reichweite, um ihren Hass auf Jüdinnen und Juden oder ihre Bewunderung für Hitler zu verbreiten. Im Ergebnis zeigen sie, wie breit und bereitwillig Antisemitismus popkulturell zelebriert wird.
Geld als Waffe. Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet
Wie entstehen Kriege? Und wie Frieden? Ulrike Herrmann untersucht große internationale Konflikte und analysiert, dass die Gründe nicht nur historisch, psychologisch oder politisch sind. Sondern dass oft ökonomische Faktoren ausschlaggebend sind. Sie zeigt am Beispiel Russlands, wie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes permanente Kriege auch in Zukunft wahrscheinlich macht. Und sie beschreibt Chinas Aufstieg zur Supermacht und erklärt, wie Präsident Xi sein Land in eine ökonomische Sackgasse manövriert hat, die er mit seinen Aggressionen gegen Taiwan zu kaschieren versucht.
Ulrike Herrmann, geboren 1964 in Hamburg, Ausbildung zur Bankkauffrau, Absolventin der Henri-Nannen-Schule, Studium der Philosophie und Geschichte. Seit 2000 Wirtschaftskorrespondentin der taz. Sie ist Autorin zahlreicher SPIEGEL-Bestseller, zuletzt „Das Ende des Kapitalismus", der in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.
Es war einmal ein Land
Als vor über 35 Jahren die Mauer fiel, sollte eine neue Ära beginnen. Inzwischen scheint für viele Ostdeutsche die Demokratie als Staatsform keine Option mehr zu sein. Es steht die Frage im Raum, warum der Weg vieler Ostdeutscher links begann und nun nach rechts führt. Wie es dazu kommen konnte, beschreibt die Bestsellerautorin Jana Hensel in ihrem neuen Buch. Sie entwickelt dabei ein ganz eigene Perspektive und scheut sich nicht unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Sie meint: "Das Ende der Demokratie in Ostdeutschland wird kommen. Vielleicht ist er schon da. Wir sollten vorbereitet sein!"
Der Soweto-Aufstand 1976: Der Anfang vom Ende der Apartheid
Vor 50 Jahren, Mitte Juni 1976, protestierten Zehntausende Schüler:innen gegen die rassistische Bildungspolitik des Apartheidregimes. Damit begann die entscheidende Phase des Widerstands gegen die weiße Minderheitenregierung. Statt auf die Forderungen der Jugendlichen einzugehen, ließ die Regierung ihre Polizei auf die Kinder schießen, viele wurden verhaftet und gefoltert. Dadurch stachelten die weißen Machthaber den Widerstand nur weiter an und verspielten international ihr Ansehen. Der Vortrag wird den Soweto-Aufstand in den Zusammenhang der Geschichte von Apartheid und Widerstand einordnen. Nach der Demokratisierung Südafrikas erklärte die Regierung von Präsident Nelson Mandela den 16. Juni 1976 zum nationalen Feiertag. Darum soll auch die heutige Situation von Jugendlichen in Südafrika behandelt werden ebenso wie die Aufarbeitung der Apartheid.
Prof. Dr. Christoph Marx ist deutscher Historiker, Professor und Autor.
Im Schatten der Schlagzeilen: Klimagerechtigkeit in Zeiten des Krieges
Überflutete Dörfer, ausgetrocknete Böden, Menschen auf der Flucht vor Wasser oder Hitze – die Bilder der Klimakrise sind omnipräsent und doch droht diese stärker denn je in der Flut weltweiter Kriegs- und Krisenberichterstattung unterzugehen. Während die ausbleibende politische Regulierung die Treibhausgasemissionen fortlaufend ansteigen und das 1,5-Grad-Ziel in weite Ferne rücken lässt, eskalieren die durch die Klimakrise verursachten Schäden – und das besonders in jenen Ländern, die kaum zur Erderhitzung beitragen. Karin Zennig ist bei der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international in der Öffentlichkeitsabteilung für die Region Südasien und das Thema Klimagerechtigkeit zuständig. Sie wird uns von den Folgen der Klimakrise berichten, die auch hierzulande spürbar sind, aber besonders im globalen Süden immer verheerendere Ausmaße erreichen.
Das amerikanische Beben. Erfahrungen und Konsequenzen für die deutsche Demokratie
Die Historikerin Christina Morina verbrachte 2024/25 ein Jahr an der New School for Social Research in New York. Aus nächster Nähe erlebte sie dort das politische Comeback von Donald Trump – und die tiefen Risse, die dieses Ereignis in der amerikanischen Gesellschaft und ihrer demokratischen Kultur hinterließ. In ihrem neuen Buch – und nun in ihrem Vortrag – reflektiert Morina ihre persönlichen Beobachtungen und ordnet sie historisch ein. Sie fragt: Was unterscheidet die demokratischen Erfahrungen Deutschlands und der USA? Welche Lehren lassen sich aus der amerikanischen Krise ziehen? Und wie lässt sich eine demokratische Ordnung gegen ihre Feinde verteidigen?
Ein Abend über die Fragilität demokratischer Ordnungen – und darüber, wie man sie schützt.
Extrem rechte Frauen: Rollen & Strategien
Die extreme Rechte wird noch immer überwiegend als männlich geprägtes Phänomen wahrgenommen. Dabei übernehmen Frauen in extrem rechten Parteien und Bewegungen zentrale und sichtbare Funktionen – ihre Aktivitäten werden jedoch häufig unterschätzt oder weniger ernst genommen. Gleichzeitig bieten antifeministische Geschlechterpolitiken der extremen Rechten Anschlussmöglichkeiten in breite Teile der Gesellschaft. Der Vortrag beleuchtet, wie Geschlecht in der Ideologie der extremen Rechten konstruiert wird und welche strategischen Rollen Frauen innerhalb dieser Strukturen einnehmen.
Ausschlussklausel:
Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit oder während der Veranstaltung durch antifeministische, rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen, Verhaltensweisen oder Störungen in Erscheinung getreten sind, sind bzw. werden von der Veranstaltung ausgeschlossen. Gegebenenfalls machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch.
Populismus und Popkultur
Gefährlich präzise nutzen Populisten unsere kulturellen Räume als Waffe. Von TikTok-Trends bis zu vermeintlich "hochkulturellen" Debatten - sie verwandeln Emotionen in politisches Kapital und verpacken menschenfeindliche Ideologien in unterhaltsame Formate.Gernot Wolfram entlarvt die manipulativen Techniken moderner Verführer, die mit Fake News, Stimmungs-Management und digitalen Inszenierungen unsere gesellschaftliche Wirklichkeit umdeuten. Erschreckend deutlich wird: Nicht die offensichtliche Propaganda ist die größte Gefahr, sondern die schleichende Normalisierung von Zynismus und Empathielosigkeit im kulturellen Alltag.
Wohnen als Luxusgut: Der Wohnungsmarkt als Gefahr für unseren Zusammenhalt
Die Mieten steigen nicht, sie werden erhöht! Immer mehr Menschen fürchten um ihr Zuhause.
Lara Schulschenk analysiert in ihrem Buch »No Sweet Home – Wie der Mietenwahnsinn unser Zuhause und unseren Zusammenhalt zerstört« wie es so weit kommen konnte. Sie benennt die Verantwortlichen, räumt mit ewigen Mythen über den Wohnungsmarkt auf, weist auf Lösungsansätze hin und nimmt dreiste Wohnungsanzeigen auseinander. Doch das Wichtigste laut der Autorin: Niemand muss sich allein fühlen mit seiner Verzweiflung auf dem Wohnungsmarkt.