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Das Ende der Apartheid und die aktuellen Herausforderungen Südafrikas
Südafrika gilt seit dem Ende der Apartheid als Symbol für demokratischen Wandel und gesellschaftliche Versöhnung. Doch mehr als drei Jahrzehnte nach dem historischen Umbruch steht das Land weiterhin vor großen Herausforderungen: Gewaltkriminalität, Jugendarbeitslosigkeit, soziale Ungleichheit und geschlechtsspezifische Gewalt prägen den Alltag vieler Menschen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Frage, was vom politischen Aufbruch nach 1994 geblieben ist, sowie die aktuellen Entwicklungen rund um die Kommunalwahlen Anfang November. Dabei wird auch die Rolle von Präsident Cyril Ramaphosa beleuchtet, der einerseits als Reformer auftrat, andererseits aber selbst unter Korruptionsverdacht steht.
Die Veranstaltung lädt dazu ein, Südafrikas Weg seit dem Ende der Apartheid neu zu betrachten – zwischen Hoffnung, Ernüchterung und der Frage, wie demokratische Erneuerung heute gelingen kann.
Brasilien nach den Wahlen
Die weltweit wahrgenommene gesellschaftliche Polarisierung prägt auch in Brasilien den Wahlkampf der im Oktober anstehenden Wahlen. Auf der einen Seite kämpft eine breite Allianz mit Lula um die Sicherung der fragilen Demokratie, die Umsetzung struktureller Reformen und die Vertiefung der gegen soziale Ungleichheit gerichteten Sozialpolitik. Auf der anderen Seite will die Familie Bolsonaro zurück an die Macht und wird dabei massiv von der aktuellen amerikanischen Regierung unterstützt. Beat Wehrle (Vorstand Programme bei Terre des Hommes) öffnet in seinem Vortrag ein Fenster zu einem vertieften Verständnis der vergangenen Wahlmonate und analysiert die Konsequenzen der Wahlresultate.
Geschichte(n) erzählen - Nava Ebrahimi liest aus "Das Paradies meines Nachbarn"
Die in Teheran geborene Autorin erzählt von Söhnen und ihren Müttern, von Entwurzelung und Entzweiung, von den Brüchen im Leben. „Salam, hier schreibt Ali-Reza. Ich kannte ihre Mutter gut und verfüge über einen Brief, den ich Ihnen überreichen soll. Es ist wichtig. Für Sie mindestens so sehr wie für mich.“ Ali Najjar stammt aus Teheran und glaubt, seine Vergangenheit weit hinter sich gelassen zu haben. Als Kindersoldat hat er das Grauen des Iran-Irak-Kriegs erlebt, später macht er als Produktdesigner in Deutschland Karriere. Der Iran, Teheran, seine Familie sind für ihn inzwischen eine fremde Welt. Dann erreicht ihn die Nachricht eines Unbekannten, und alles gerät ins Wanken.
Kriegstüchtig an allen Fronten: Kanonen statt Butter – Rüstung durch Sozialabbau
Von der Zeitenwende bleibt kaum ein gesellschaftlicher Bereich verschont: Von einer auf Angriffsoperationen ausgerichteten Bundeswehr über die Umstellung auf Kriegswirtschaft und die Einführung eines neuen Wehrdienstes bis hin zur systematischen Einbeziehung ziviler Akteure in Kriegsvorbereitungen via "Operationsplan Deutschland".
Obwohl selbst die europäischen NATO-Staaten Russland bereits heute deutlich überlegen sind, sollen die Militärausgaben noch einmal drastisch erhöht werden. Der Hintergrund: Im EU-Verbund will sich Deutschland als militärische Führungsmacht gegenüber Russland, China und zunehmend auch den USA in Stellung bringen.
Für den Übergang zur mit einer "Turbo-Zeitenwende" mit ihren historischen Erhöhungen der Rüstungsausgaben erteilte eine Zweidrittelmehrheit eines bereits abgewählten Bundestags per Grundgesetzänderung einen Blankoscheck. Weil es kein "olivgrünes Wirtschaftswunder" geben wird, soll dies erst durch Schulden, dann aus dem laufenden Haushalt finanziert werden. Die Folge: Drastische Sozialkürzungen, für die mit einer "Kanonen statt Butter"-Rhetorik der Stimmungsteppich ausgebreitet wird. Die Turbo-Zeitenwende entwickelt sich damit zu einer ernsthaften Bedrohung des ohnehin bereits schwer angeschlagenen gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Jürgen Wagner ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Zwischen Krise und Aufbruch: Die arabischen Golfstaaten in einer turbulenten Weltordnung
Die arabischen Golfstaaten durchlaufen einen fundamentalen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel und werden in einer Region der Krisen und Konflikte mit massiven Herausforderungen konfrontiert. In seinem Vortrag legt Islamwissenschaftler Dr. Sebastian Sons dar, wie Staaten wie Saudi-Arabien, Katar oder die Emirate auf diese dynamischen Entwicklungen reagieren, wie sie sich anpassen und was das für Deutschland und Europa bedeutet.