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Wenn ihr wegseht, werden wir getötet.
Daniela Sepehri, Menschenrechtsaktivistin mit iranischen Wurzeln, spricht über die aktuelle Lage der Freiheitsbewegung im Iran. Ausgehend von ihrem noch unveröffentlichten Buch zeigt sie, wie Kämpfe für Menschenrechte im globalen Süden – etwa in Iran, Afghanistan oder Palästina – in Deutschland politisch und medial wahrgenommen, vereinfacht oder übergangen werden. Sepehri benennt Missstände in Politik und Berichterstattung, macht strukturelle Ungleichgewichte sichtbar und richtet zugleich den Blick auf die Kraft derjenigen, die weltweit für Freiheit und Würde kämpfen.
Geschichte(n) erzählen - Safia Al Bagdadi liest aus "Unser Haus mit Rutsche"
Vom Aufwachsen im Dazwischen – berührend, komisch und täuschend leicht erzählt von Safia Al Bagdadi
Laylas Eltern sind das glamouröseste Liebespaar der Welt – oder zumindest Saarbrückens. Ihr irakischer Vater hat ständig neue spektakulär scheiternde Geschäftsideen und verspricht seiner staunenden Familie zugleich Umzüge nach New York, ein Haus mit Rutsche in den Tigris, eine große Zukunft. Ihre französische Mutter dagegen stammt aus dem nobelsten Bürgertum, rebelliert gegen ihr Elternhaus und trägt dabei doch Chanel Nº5. Alles in dieser Familie kann nur schiefgehen und ist dennoch für einige Kindheitsjahre ungeheuer leicht und wunderschön. Dann bricht 1991 der Golfkrieg aus. Eingeholt von der Realität, wird Laylas Vater ein Fremder. Ein tragikomischer Familienroman über das Leben zwischen den Kulturen, in dem man jede Figur umarmen will.
Dominanzstreben im Hinterhof - Was wollen die USA in Lateinamerika?
Im Januar dieses Jahres entführte das US-Militär den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro. Dessen Nachfolgerin Delcy Rodríguez kooperiert seitdem eng mit der US-Regierung unter Donald Trumps. Doch der Blick richtet sich auch auf die übrigen Länder des Kontinents. Worum geht es den USA? Welchen politischen Spielraum hat die venezolanische Regierung nun? Was bedeutet die US-Aggression für die Region? Und inwiefern steht die aktuelle US-Strategie, Lateinamerika als Hinterhof dominieren zu wollen, in der Tradition der außenpolitischen Monroe-Doktrin? Um diese und weitere Fragen geht es in dem Vortrag mit anschließender Diskussion.
Tobias Lambert ist Autor und Journalist. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Lateinamerika. 2024 erschien sein Buch „Gescheiterte Utopie? Venezuela ein Jahrzehnt nach Hugo Chávez“. Im August 2026 folgt im Mandelbaum Verlag „Zurück in den Hinterhof. Die USA und Lateinamerika“.
In 60 Tagen als Frau allein um die Welt
Reisen mit Lust und offenen Augen, Reisen mit Blick auf das Neue und Unerwartete, Reisen mit Überraschungen und Abenteuern. Astrid Kaiser ist bekennende Reisejunkie. In ihrem Buch erzählt sie in spannenden, bewegenden oder nachdenklichen Geschichten von Freuden und Gefahren, von Missgeschicken und Überraschungen, aber vor allem von vielfältigen menschlichen Begegnungen in aller Welt. Sämtliche hier geschilderten Erlebnisse sind authentisch und können dazu beitragen, Reisesehnsucht zu stillen oder Reiselust zu wecken. Die unterhaltsam aufgeschriebenen Reiseskizzen spielen auf allen Kontinenten – einschließlich Antarktis.
Die Reiseziele sind oft exotisch und bunt gemischt, wie z.B. Bhutan, Indonesien, Malediven, Mongolei, Nordkorea, Pakistan, Saudi-Arabien, Tibet, Usbekistan, Vietnam, Belize, Chile, Grönland, Guatemala, Kolumbien, Panama, Peru, Nicaragua, Benin, Botswana, Gabun, Uganda, Madagaskar, Namibia, Vanuatu, Tahiti, Palau. Dieses ungewöhnliche Reisebuch bietet Einblick in die Erlebnisse einer couragierten, reiseerfahrenen Frau und öffnet für alle Leser:innen den Blick auf den besonderen Reiz des Reisens als Lebensform.
Das Ende der Apartheid und die aktuellen Herausforderungen Südafrikas
Südafrika gilt seit dem Ende der Apartheid als Symbol für demokratischen Wandel und gesellschaftliche Versöhnung. Doch mehr als drei Jahrzehnte nach dem historischen Umbruch steht das Land weiterhin vor großen Herausforderungen: Gewaltkriminalität, Jugendarbeitslosigkeit, soziale Ungleichheit und geschlechtsspezifische Gewalt prägen den Alltag vieler Menschen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Frage, was vom politischen Aufbruch nach 1994 geblieben ist, sowie die aktuellen Entwicklungen rund um die Kommunalwahlen Anfang November. Dabei wird auch die Rolle von Präsident Cyril Ramaphosa beleuchtet, der einerseits als Reformer auftrat, andererseits aber selbst unter Korruptionsverdacht steht.
Die Veranstaltung lädt dazu ein, Südafrikas Weg seit dem Ende der Apartheid neu zu betrachten – zwischen Hoffnung, Ernüchterung und der Frage, wie demokratische Erneuerung heute gelingen kann.
Brasilien nach den Wahlen
Die weltweit wahrgenommene gesellschaftliche Polarisierung prägt auch in Brasilien den Wahlkampf der im Oktober anstehenden Wahlen. Auf der einen Seite kämpft eine breite Allianz mit Lula um die Sicherung der fragilen Demokratie, die Umsetzung struktureller Reformen und die Vertiefung der gegen soziale Ungleichheit gerichteten Sozialpolitik. Auf der anderen Seite will die Familie Bolsonaro zurück an die Macht und wird dabei massiv von der aktuellen amerikanischen Regierung unterstützt. Beat Wehrle (Vorstand Programme bei Terre des Hommes) öffnet in seinem Vortrag ein Fenster zu einem vertieften Verständnis der vergangenen Wahlmonate und analysiert die Konsequenzen der Wahlresultate.
Zwischen Krise und Aufbruch: Die arabischen Golfstaaten in einer turbulenten Weltordnung
Die arabischen Golfstaaten durchlaufen einen fundamentalen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel und werden in einer Region der Krisen und Konflikte mit massiven Herausforderungen konfrontiert. In seinem Vortrag legt Islamwissenschaftler Dr. Sebastian Sons dar, wie Staaten wie Saudi-Arabien, Katar oder die Emirate auf diese dynamischen Entwicklungen reagieren, wie sie sich anpassen und was das für Deutschland und Europa bedeutet.
Kriegstüchtig an allen Fronten: Kanonen statt Butter – Rüstung durch Sozialabbau
Von der Zeitenwende bleibt kaum ein gesellschaftlicher Bereich verschont: Von einer auf Angriffsoperationen ausgerichteten Bundeswehr über die Umstellung auf Kriegswirtschaft und die Einführung eines neuen Wehrdienstes bis hin zur systematischen Einbeziehung ziviler Akteure in Kriegsvorbereitungen via "Operationsplan Deutschland".
Obwohl selbst die europäischen NATO-Staaten Russland bereits heute deutlich überlegen sind, sollen die Militärausgaben noch einmal drastisch erhöht werden. Der Hintergrund: Im EU-Verbund will sich Deutschland als militärische Führungsmacht gegenüber Russland, China und zunehmend auch den USA in Stellung bringen.
Für den Übergang zur mit einer "Turbo-Zeitenwende" mit ihren historischen Erhöhungen der Rüstungsausgaben erteilte eine Zweidrittelmehrheit eines bereits abgewählten Bundestags per Grundgesetzänderung einen Blankoscheck. Weil es kein "olivgrünes Wirtschaftswunder" geben wird, soll dies erst durch Schulden, dann aus dem laufenden Haushalt finanziert werden. Die Folge: Drastische Sozialkürzungen, für die mit einer "Kanonen statt Butter"-Rhetorik der Stimmungsteppich ausgebreitet wird. Die Turbo-Zeitenwende entwickelt sich damit zu einer ernsthaften Bedrohung des ohnehin bereits schwer angeschlagenen gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Jürgen Wagner ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.