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Ost-West-Club
Der Ost-West-Club ist ein Treffpunkt für russischsprachige NeubürgerInnen. Informationsveranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Fragen und andere Aktivitäten zur kulturellen und sozialen Integration sind Aufgaben des Clubs. Wünsche und Anregungen zur Programmgestaltung sind willkommen.
Nähere Infos:
Raissa Steinhauer
Tel.: 05 41 / 323 – 71 10
Antisemitismus in der Popmusik
Galt Popmusik einst als Medium der Emanzipation, scheint davon spätestens seit dem 7. Oktober nicht mehr viel übrig zu sein. Musiker*innen unterschreiben offene Briefe und Statements, die das Massaker der Hamas verharmlosen. Es wird zu Boykotten aufgerufen, Konzerte werden zu israelfeindlichen Kundgebungen. Das Massaker der Hamas war auch ein Angriff auf die Welt der Musik, auf Emanzipation und Freiheit. Die Weigerung weiter Teile der Popmusik, dies anzuerkennen, ist ebenso bemerkenswert wie die Selbstdarstellung einiger Musiker*innen als Freiheitskämpfer*innen.
Maria Kanitz und Lukas Geck sehen den 7. Oktober und den folgenden Krieg als Anlass, antisemitische Entgleisungen in der Popkultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Anhand zahlreicher Beispiele aus den letzten Jahren – etwa Roger Waters, Kanye West oder Macklemore – zeigen sie, in welchem Ausmaß Antisemitismus mittlerweile ins popkulturelle Repertoire eingesickert ist. Sei es die Unterstützung von Boykottkampagnen, Verschwörungsmythen in Liedern oder Konzerte bekannter Rockmusiker, in denen Musik lediglich der Verbreitung antisemitischer Propaganda dient. Bekannte nationale und internationale Musiker*innen nutzen ihre Reichweite, um ihren Hass auf Jüdinnen und Juden oder ihre Bewunderung für Hitler zu verbreiten. Im Ergebnis zeigen sie, wie breit und bereitwillig Antisemitismus popkulturell zelebriert wird.
Geld als Waffe. Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet
Wie entstehen Kriege? Und wie Frieden? Ulrike Herrmann untersucht große internationale Konflikte und analysiert, dass die Gründe nicht nur historisch, psychologisch oder politisch sind. Sondern dass oft ökonomische Faktoren ausschlaggebend sind. Sie zeigt am Beispiel Russlands, wie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes permanente Kriege auch in Zukunft wahrscheinlich macht. Und sie beschreibt Chinas Aufstieg zur Supermacht und erklärt, wie Präsident Xi sein Land in eine ökonomische Sackgasse manövriert hat, die er mit seinen Aggressionen gegen Taiwan zu kaschieren versucht.
Ulrike Herrmann, geboren 1964 in Hamburg, Ausbildung zur Bankkauffrau, Absolventin der Henri-Nannen-Schule, Studium der Philosophie und Geschichte. Seit 2000 Wirtschaftskorrespondentin der taz. Sie ist Autorin zahlreicher SPIEGEL-Bestseller, zuletzt „Das Ende des Kapitalismus", der in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.
Es war einmal ein Land
Als vor über 35 Jahren die Mauer fiel, sollte eine neue Ära beginnen. Inzwischen scheint für viele Ostdeutsche die Demokratie als Staatsform keine Option mehr zu sein. Es steht die Frage im Raum, warum der Weg vieler Ostdeutscher links begann und nun nach rechts führt. Wie es dazu kommen konnte, beschreibt die Bestsellerautorin Jana Hensel in ihrem neuen Buch. Sie entwickelt dabei ein ganz eigene Perspektive und scheut sich nicht unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Sie meint: "Das Ende der Demokratie in Ostdeutschland wird kommen. Vielleicht ist er schon da. Wir sollten vorbereitet sein!"
Der Soweto-Aufstand 1976: Der Anfang vom Ende der Apartheid
Vor 50 Jahren, Mitte Juni 1976, protestierten Zehntausende Schüler:innen gegen die rassistische Bildungspolitik des Apartheidregimes. Damit begann die entscheidende Phase des Widerstands gegen die weiße Minderheitenregierung. Statt auf die Forderungen der Jugendlichen einzugehen, ließ die Regierung ihre Polizei auf die Kinder schießen, viele wurden verhaftet und gefoltert. Dadurch stachelten die weißen Machthaber den Widerstand nur weiter an und verspielten international ihr Ansehen. Der Vortrag wird den Soweto-Aufstand in den Zusammenhang der Geschichte von Apartheid und Widerstand einordnen. Nach der Demokratisierung Südafrikas erklärte die Regierung von Präsident Nelson Mandela den 16. Juni 1976 zum nationalen Feiertag. Darum soll auch die heutige Situation von Jugendlichen in Südafrika behandelt werden ebenso wie die Aufarbeitung der Apartheid.
Prof. Dr. Christoph Marx ist deutscher Historiker, Professor und Autor.
Im Schatten der Schlagzeilen: Klimagerechtigkeit in Zeiten des Krieges
Überflutete Dörfer, ausgetrocknete Böden, Menschen auf der Flucht vor Wasser oder Hitze – die Bilder der Klimakrise sind omnipräsent und doch droht diese stärker denn je in der Flut weltweiter Kriegs- und Krisenberichterstattung unterzugehen. Während die ausbleibende politische Regulierung die Treibhausgasemissionen fortlaufend ansteigen und das 1,5-Grad-Ziel in weite Ferne rücken lässt, eskalieren die durch die Klimakrise verursachten Schäden – und das besonders in jenen Ländern, die kaum zur Erderhitzung beitragen. Karin Zennig ist bei der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international in der Öffentlichkeitsabteilung für die Region Südasien und das Thema Klimagerechtigkeit zuständig. Sie wird uns von den Folgen der Klimakrise berichten, die auch hierzulande spürbar sind, aber besonders im globalen Süden immer verheerendere Ausmaße erreichen.
Das amerikanische Beben. Erfahrungen und Konsequenzen für die deutsche Demokratie
Die Historikerin Christina Morina verbrachte 2024/25 ein Jahr an der New School for Social Research in New York. Aus nächster Nähe erlebte sie dort das politische Comeback von Donald Trump – und die tiefen Risse, die dieses Ereignis in der amerikanischen Gesellschaft und ihrer demokratischen Kultur hinterließ. In ihrem neuen Buch – und nun in ihrem Vortrag – reflektiert Morina ihre persönlichen Beobachtungen und ordnet sie historisch ein. Sie fragt: Was unterscheidet die demokratischen Erfahrungen Deutschlands und der USA? Welche Lehren lassen sich aus der amerikanischen Krise ziehen? Und wie lässt sich eine demokratische Ordnung gegen ihre Feinde verteidigen?
Ein Abend über die Fragilität demokratischer Ordnungen – und darüber, wie man sie schützt.
Philosophische Erkenntnisse, die das Leben leichter machen
Seit der griechisch-römischen Antike gab es zu allen Zeiten in den verschiedenen Disziplinen der Philosophie Erkenntnisse, die uns auch heute noch das Leben erleichtern können. Das gilt sicher nicht gleichermaßen für jeden Leser und auch nicht für jede Erkenntnis. Es lohnt sich aber, darüber gemeinsam zu philosophieren. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Ich freue mich auf Sie.
Populismus und Popkultur
Gefährlich präzise nutzen Populisten unsere kulturellen Räume als Waffe. Von TikTok-Trends bis zu vermeintlich "hochkulturellen" Debatten - sie verwandeln Emotionen in politisches Kapital und verpacken menschenfeindliche Ideologien in unterhaltsame Formate.Gernot Wolfram entlarvt die manipulativen Techniken moderner Verführer, die mit Fake News, Stimmungs-Management und digitalen Inszenierungen unsere gesellschaftliche Wirklichkeit umdeuten. Erschreckend deutlich wird: Nicht die offensichtliche Propaganda ist die größte Gefahr, sondern die schleichende Normalisierung von Zynismus und Empathielosigkeit im kulturellen Alltag.
Älterwerden für Anfänger
»In wenigen Monaten wird etwas Dramatisches passieren. Ich werde 50. Mehr als die Hälfte meiner Zeit ist dann vermutlich rum. Wir, die Generation Golf, gehören zu den Oldtimern. Ich trage jetzt eine Gleitsichtbrille, der Ischias tut weh. In Cafés, in denen junge Gäste geduzt werden, siezt die Kellnerin mich. In der Firma gehöre ich plötzlich zu den Älteren. Wie blicken die Jüngeren wohl auf mich? Und wie vermeide ich es, ein Früher-war-alles-Besserwisser zu werden? Wie werde ich ein cooler Alter, der die moderne Welt als bereichernd empfindet, der neugierig ist und offen?«
In diesem Buch erzählt SPIEGEL-Reporter Alexander Kühn von dem Jahr, in dem er 50 wurde – und wie es ihm gelang, seinen Frieden zu machen mit dem Älterwerden. Dafür tat er das, was Journalisten nun mal tun: Er sprach mit interessanten Menschen, bekannten und weniger bekannten, älteren, alten und sehr alten, darunter der Milliardär Klaus-Michael Kühne oder Otto Waalkes, Barbara Schöneberger und Nana Mouskouri, Thomas Gottschalk und der YouTuber Rezo, eine Sekretärin, eine trans Frau und ein Bäckermeister. Von manchen wird er sich abschauen, wie er gut altern möchte, von anderen lieber nicht.
Ein ebenso unterhaltsames wie inspirierendes Buch, das zeigt, wie vielfältig, aufregend und bereichernd das Leben auch jenseits der 50, 60, 70, 80 sein kann – und dass Prominenz nicht automatisch altersweise macht.
Sütterlin Wochenendkurs für Anfänger:innen ohne Vorkenntnisse
Vielleicht haben Sie im Keller tief vergraben in alten Kisten und Koffern handschriftliche Aufzeichnungen Ihrer Vorfahren. Wahrscheinlich wollten Sie schon immer einmal einen Ausflug in die familiäre Vergangenheit machen, doch es fehlten Ihnen die Kenntnisse, um diese Unterlagen zu lesen. In diesem Kurs werden wir uns - beginnend mit der sogenannten Sütterlinschrift - den deutschen Schreibschriften des 18., 19. und frühen 20. Jahrhundert nähern. Briefe, Feldpostkarten, Kochbücher, Verträge und allerlei private Aufzeichnungen dienen uns als Arbeitsmaterial.
Bitte mitbringen: Stift, Papier (ideal Lineatur 1)
Wohnen als Luxusgut: Der Wohnungsmarkt als Gefahr für unseren Zusammenhalt
Die Mieten steigen nicht, sie werden erhöht! Immer mehr Menschen fürchten um ihr Zuhause.
Lara Schulschenk analysiert in ihrem Buch »No Sweet Home – Wie der Mietenwahnsinn unser Zuhause und unseren Zusammenhalt zerstört« wie es so weit kommen konnte. Sie benennt die Verantwortlichen, räumt mit ewigen Mythen über den Wohnungsmarkt auf, weist auf Lösungsansätze hin und nimmt dreiste Wohnungsanzeigen auseinander. Doch das Wichtigste laut der Autorin: Niemand muss sich allein fühlen mit seiner Verzweiflung auf dem Wohnungsmarkt.
„Künstliche Intelligenz und Trauer – zwischen Unterstützung, Erinnerung und ethischer Verantwortung“
Der Verlust eines geliebten Menschen gehört zu den einschneidenden Erlebnissen im Leben. Der Trauerprozess ist dabei sehr individuell und lässt sich nicht über ein richtig oder falsch bewerten. Im Verlauf der Jahre haben sich zunehmend neue Trauerformate entwickelt. Dabei spielen beispielsweise diverse Formen von Trostkulturen oder auch wertorientierte Trauerbegleitung eine große Rolle.
Auch mit Blick auf die Künstliche Intelligenz gibt es Angebote in Form von sogenannten „Chatbots*“. Dies sind KI gesteuerte Dialogsysteme, mit denen menschenähnliche Gespräche geführt werden können – z.B. mit der Stimme der verstorbenen Person.
Die Veranstaltung widmet sich der Frage, wie Künstliche Intelligenz im Kontext von Trauer, Abschied und Erinnerung eingesetzt wird. Michael Brendel, Studienleiter für Digitalen Wandel und Theologie im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen, wird mit seiner KI-Expertise, insbesondere im pädagogischen Bereich, einen Einblick in die Welt der KI geben. Gemeinsam mit Kathrin Rosen, Koordinatorin und Trauerbegleiterin im Osnabrücker Hospiz, werden sie in einem offenen Dialog die unterschiedlichen Perspektiven zusammenzuführen und einen reflektierten Austausch ermöglichen. Dabei werden sowohl praktische Anwendungsfelder als auch ethische, emotionale und gesellschaftliche Herausforderungen beleuchtet.
Angesprochen sind Fachkräfte aus Beratung, Pflege, Seelsorge, Bildung und Wissenschaft ebenso wie ehrenamtlich Tätige und alle Interessierten, die sich mit neuen Formen des Umgangs mit Verlust auseinandersetzen möchten.
*„Ein Chatbot ist ein automatisiertes Dialogsystem, das mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP) menschenähnliche Gespräche per Text oder Sprache führt, um Benutzeranfragen zu beantworten, einfache Aufgaben auszuführen und Informationen bereitzustellen, oft rund um die Uhr in Messaging-Apps, auf Websites oder in Apps. Er simuliert menschliche Konversationen, um Effizienz im Kundenservice, Marketing und Vertrieb zu steigern, indem er wiederkehrende Fragen beantwortet und Kunden durch den Prozess führt“