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Geschichten aus mittendrin

Dozierendenteam berichtet

Lehren mit Leidenschaft – Drei Dozierende berichten aus dem Alltag der Schulabschlusskurse

Seit vielen Jahren bietet die vhs|os die Möglichkeit, Schulabschlüsse auf dem Zweiten Bildungsweg nachzuholen. Drei Dozierende geben Einblick in ihre Arbeit, ihre Motivation – und die Herausforderungen und Glücksmomente, die der Unterricht mit sich bringt.

Warum unterrichten Sie an der VHS?

Annalena Knutzen, Eckhard Budke und Burkhard Wächter arbeiten mit Herzblut in den Schulabschlusskursen der vhs|os. „Ich habe nach meiner Pensionierung etwas gesucht, was mich erfüllt“, erzählt Eckhard Budke, der früher bei der Telekom beschäftigt war und zusätzlich eine Ausbildung zum Berufsschullehrer gemacht hat. Seit 2016 unterrichtet er an der VHS die Fächer Physik und Mathematik.

Auch Burkhard Wächter, lange Lehrer am Gymnasium Carolinum, wollte nach seinem Ruhestand „wieder etwas mit jungen Leuten machen, das hält jung“. Seit 2023 ist er an der VHS aktiv und unterrichtet ebenfalls die Fächer Physik und Mathematik. Annalena Knutzen ist noch relativ neu im Team: „Ich arbeite seit August 2024 in den Fächern Deutsch und Förderunterricht. Ich habe Lehramt studiert, aber immer gerne mit Erwachsenen gearbeitet – sie sind für sich selbst verantwortlich, das finde ich reizvoll.“

Wer besucht die Kurse?

Die Teilnehmenden sind so vielfältig wie ihre Geschichten. „Manche kommen direkt von der Schule, andere haben seit zehn Jahren keine Schulbank mehr gedrückt“, sagt Annalena Knutzen. Für viele ist es die letzte Chance auf einen Abschluss. Entsprechend ernst nehmen die meisten die Gelegenheit – auch wenn es manchmal Konflikte gibt: „Die Gruppendynamik regelt oft vieles“, erklärt Burkhard Wächter. Und Eckhard Budke ergänzt: „Die Gruppen sind kleiner als an Regelschulen – das ermöglicht eine sehr individuelle Arbeit.“

Was motiviert die Dozierenden?

Der enge Kontakt zu den Lernenden und die sichtbaren Erfolge treiben das Team an. „Der Tag der Zeugnisübergabe ist für mich ein besonderer Tag im Jahr: wie ein Geburtstag oder Weihnachten“, sagt Eckhard Budke. Er berichtet mit Stolz von einem ehemaligen Schüler, den er einige Jahre nach seinem Abschluss mit seinem eigenen Firmentransporter zufällig traf. Der junge Mann hielt an, grüßte ihn und berichtete, dass er nach seiner Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik einen festen Arbeitsplatz bei einem Heizungsbauer in der Nähe von Osnabrück erhalten hat. „Da weiß man, wofür man den Job macht.“

Wie sieht der Unterricht aus?

Alle drei betonen die Bedeutung eines abwechslungsreichen Unterrichts. Es geht nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um Motivation, Struktur und Selbstorganisation. „Manche müssen erst wieder lernen, pünktlich zu kommen oder durchzuhalten“, erklärt Burkhard Wächter. „Dranbleiben ist für die Schülerinnen und Schüler die größte Herausforderung“, ergänzt Annalena Knutzen.

Die digitale Ausstattung hilft dabei: Mit Smartboards, der VHS-Cloud und digitalen Lernmaterialien können Inhalte multimedial vermittelt werden. „Gerade in Physik sind Experimente wichtig – wenn wir die über Videos zeigen können, ist das ein echter Gewinn“, so Eckhard Budke.

Was sind die größten Herausforderungen für die Dozierenden?

Laut Burkhard Wächter stellt die Heterogenität der Gruppe die größte Herausforderung dar. „Alle Teilnehmenden am Anfang auf eine gemeinsame Basis zu bringen auf die man dann aufbauen kann“, so Wächter, das sei wichtig für den gemeinsamen 10 Monate. „Das Angebot einen Vorkurs vor dem eigentlichen Lehrgang zu absolvieren, finde ich zudem sehr hilfreich“, ergänzt er.

Wie hoch ist der Aufwand für die Vor- und Nachbereitung?

„Jede Klasse ist anders“, sagt Eckhard Budke. Deshalb variiert auch der Aufwand. Unterrichtsmaterial wird angepasst, Klausuren korrigiert, digitale Inhalte eingepflegt. Vor allem zu Beginn sei die Vorbereitung zeitintensiv, sagt Annalena Knutzen. „Ich mache mir nach jeder Stunde Notizen, um den nächsten Unterricht gezielt vorzubereiten sowie die Stärken und Schwächen der Teilnehmenden im Blick zu behalten.“

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

„Ich wünsche mir, dass die Schülerinnen und Schüler auch weiterhin mit großem Interesse am Unterricht teilnehmen und diesen regelmäßig bis zum Ende des Schuljahres besuchen“, so Eckhard Budke

Sind Sie schon mal Teilnehmende an der vhs gewesen?

Auch als Lernende waren sie schon aktiv: Gebärdensprache, Yoga oder ein Finanzkurs standen bei ihnen selbst auf dem Stundenplan. 

Und was macht die Arbeit an der vhs|os so besonders?

„Ich habe fast ausschließlich freundliche und offene Menschen kennengelernt“, sagt Burkhard Wächter. „Es ist ein bisschen wie Lebenselixier.“