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Maria Lassnig und Edvard Munch
Erstmals werden Maria Lassnig (1919–2014) und Edvard Munch (1863–1944) in einer großen Doppelschau gemeinsam gezeigt. Die Ausstellung zeigt die erstaunlichen Parallelen in den Biografien und Werken der beiden auf.
Beide verbindet ein einzigartiger Umgang mit Farbe als gestalterisches Mittel und als starkes Ausdruckselement für das Innere. Zugleich sind es oftmals unbeachtete körperliche Empfindungen und Wahrnehmungsebenen, die hier in den Fokus rücken, künstlerisch reflektiert werden und so eigenwillige Bildfindungen hervorrufen.
Für Lassnig wie für Munch war das Malen mehr als nur eine künstlerische Technik. Es war eine Form der Selbst- und Weltbefragung.
Die Ausstellung umfasst über 180 Arbeiten, darunter diverse Hauptwerke, aber auch eher selten gezeigte Gemälde.
Picasso und die alten Meister
Peter August Böckstiegel hat frühe Werke von Pablo Picasso auf der berühmten „Sonderbund-Ausstellung“ 1912 in Köln sehen können und hielt fest: „Der frühe Picasso, zart in den Farben und Formen. Säle mit Werken der lodernden Flammenschrift van Gogh’schen Geistes. Die ruhige alte Haltung Gauguin’scher tropischer Urwaldwelt, märchenhafte Stille und Schönheit ausstrahlend. Munchs nordische Geisterwelt, vom Lebensstrom getragen. Werden und Vergehen in magischer Flüssigkeit, ziehen die Farbbänder. Dämonischer nordischer Spuk.“ In Kooperation mit dem Picasso Museum Münster zeigt die Ausstellung mit druckgrafischen Arbeiten Pablo Picassos (1881–1973) dessen Bezüge zu kunsthistorischen Vorbildern, vor allem auch der deutschen Kunstgeschichte.
Ausstellung: Aus Niedersachsen nach Auschwitz
Im März 1943 deportierten die Nationalsozialisten Sinti und Roma aus dem Deutschen Reich in das „Zigeunerfamilienlager“ in Auschwitz-Birkenau. Es begann die letzte Stufe ihrer Verfolgung durch das NS-Regime, der planmäßige Genozid. Unter den über 13.000 deportierten Männern, Frauen und Kindern waren auch mindestens 700 Sinti aus Niedersachsen. In der Ausstellung werden die Ausgrenzung und Verfolgung der Sinti und Roma vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert thematisiert – mit dem Schwerpunkt in der Zeit des Nationalsozialismus und anhand niedersächsischer Quellen dargestellt. Eingegangen wird auch auf die Problematik der fehlenden Bestrafung der Täter und der Wiedergutmachung für die Opfer. Gezeigt werden Dokumente, Schriftstücke und alte Fotografien. So weit möglich wird die Geschichte anhand von biografischen Zeugnissen der Betroffenen dargestellt.
Die Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ wurde anlässlich des 60. Jahrestages der Deportation erarbeitet und vom Niedersächsischen Verband Deutscher Sinti im März 2003 im Niedersächsischen Landtag eröffnet. Seitdem ist sie als Wanderausstellung an vielen Orten des Landes gezeigt worden. 2018 wurde die Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten einer kompletten Überarbeitung unterzogen. Neben einer neuen grafischen Gestaltung wurden neue Forschungsergebnisse eingearbeitet und weitere thematische Tafeln hinzugefügt.