Mensch und Gesellschaft
Ansprechpartner
Kurse (8)
Loading...
Extrem rechte Frauen: Rollen & Strategien
Die extreme Rechte wird noch immer überwiegend als männlich geprägtes Phänomen wahrgenommen. Dabei übernehmen Frauen in extrem rechten Parteien und Bewegungen zentrale und sichtbare Funktionen – ihre Aktivitäten werden jedoch häufig unterschätzt oder weniger ernst genommen. Gleichzeitig bieten antifeministische Geschlechterpolitiken der extremen Rechten Anschlussmöglichkeiten in breite Teile der Gesellschaft. Der Vortrag beleuchtet, wie Geschlecht in der Ideologie der extremen Rechten konstruiert wird und welche strategischen Rollen Frauen innerhalb dieser Strukturen einnehmen.
Ausschlussklausel:
Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit oder während der Veranstaltung durch antifeministische, rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen, Verhaltensweisen oder Störungen in Erscheinung getreten sind, sind bzw. werden von der Veranstaltung ausgeschlossen. Gegebenenfalls machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch.
Populismus und Popkultur
Gefährlich präzise nutzen Populisten unsere kulturellen Räume als Waffe. Von TikTok-Trends bis zu vermeintlich "hochkulturellen" Debatten - sie verwandeln Emotionen in politisches Kapital und verpacken menschenfeindliche Ideologien in unterhaltsame Formate.Gernot Wolfram entlarvt die manipulativen Techniken moderner Verführer, die mit Fake News, Stimmungs-Management und digitalen Inszenierungen unsere gesellschaftliche Wirklichkeit umdeuten. Erschreckend deutlich wird: Nicht die offensichtliche Propaganda ist die größte Gefahr, sondern die schleichende Normalisierung von Zynismus und Empathielosigkeit im kulturellen Alltag.
Älterwerden für Anfänger
»In wenigen Monaten wird etwas Dramatisches passieren. Ich werde 50. Mehr als die Hälfte meiner Zeit ist dann vermutlich rum. Wir, die Generation Golf, gehören zu den Oldtimern. Ich trage jetzt eine Gleitsichtbrille, der Ischias tut weh. In Cafés, in denen junge Gäste geduzt werden, siezt die Kellnerin mich. In der Firma gehöre ich plötzlich zu den Älteren. Wie blicken die Jüngeren wohl auf mich? Und wie vermeide ich es, ein Früher-war-alles-Besserwisser zu werden? Wie werde ich ein cooler Alter, der die moderne Welt als bereichernd empfindet, der neugierig ist und offen?«
In diesem Buch erzählt SPIEGEL-Reporter Alexander Kühn von dem Jahr, in dem er 50 wurde – und wie es ihm gelang, seinen Frieden zu machen mit dem Älterwerden. Dafür tat er das, was Journalisten nun mal tun: Er sprach mit interessanten Menschen, bekannten und weniger bekannten, älteren, alten und sehr alten, darunter der Milliardär Klaus-Michael Kühne oder Otto Waalkes, Barbara Schöneberger und Nana Mouskouri, Thomas Gottschalk und der YouTuber Rezo, eine Sekretärin, eine trans Frau und ein Bäckermeister. Von manchen wird er sich abschauen, wie er gut altern möchte, von anderen lieber nicht.
Ein ebenso unterhaltsames wie inspirierendes Buch, das zeigt, wie vielfältig, aufregend und bereichernd das Leben auch jenseits der 50, 60, 70, 80 sein kann – und dass Prominenz nicht automatisch altersweise macht.
Sinti und Roma: Zwischen Mythen und Realität
Sinti und Roma zählen zu den größten und ältesten Minderheiten in Deutschland und Europa – und dennoch sind sie für viele kaum bekannt. Von mystischen Frauenbildern über musikalische Klänge am Lagerfeuer bis hin zu einem Leben unterwegs im Wohnwagen: Diese Klischees prägen nach wie vor das Bild der Mehrheitsgesellschaft, obwohl sie längst überholt und irreführend sind.
Doch wie sehen die Lebenswirklichkeiten von Sinti und Roma heute wirklich aus? Und warum ist es so wichtig, diese tief verankerten Vorstellungen zu hinterfragen und zu verändern?
Mario Franz, Präsident des niedersächsischen Verbandes deutscher Sinti e.V., nimmt Sie mit auf eine spannende Reise weg von den Vorurteilen hin zu einem neuen Verständnis. Er stellt das wissenschaftliche Werkzeug der **Z-Projektion** vor – ein Dreischritt aus Identifikation, Analyse und Dekonstruktion von Diskriminierung, der hilft, die Vielschichtigkeit der Erfahrungen von Sinti und Roma sichtbar zu machen.
Erfahren Sie, wie wir gemeinsam gegen veraltete Stereotype ankommen und den Weg zu einer echten Anerkennung und Wertschätzung dieser bedeutenden Minderheit ebnen können.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ statt.
Wohnen als Luxusgut: Der Wohnungsmarkt als Gefahr für unseren Zusammenhalt
Die Mieten steigen nicht, sie werden erhöht! Immer mehr Menschen fürchten um ihr Zuhause.
Lara Schulschenk analysiert in ihrem Buch »No Sweet Home – Wie der Mietenwahnsinn unser Zuhause und unseren Zusammenhalt zerstört« wie es so weit kommen konnte. Sie benennt die Verantwortlichen, räumt mit ewigen Mythen über den Wohnungsmarkt auf, weist auf Lösungsansätze hin und nimmt dreiste Wohnungsanzeigen auseinander. Doch das Wichtigste laut der Autorin: Niemand muss sich allein fühlen mit seiner Verzweiflung auf dem Wohnungsmarkt.
Demokratie-Fitness: Das Workout für ein starkes Miteinander!
Demokratie steht unter Druck – nicht nur auf großer Bühne, sondern auch im Alltag. Doch wie bleibt unsere Gesellschaft fit für den Dialog? Ganz einfach: durch Training! Statt Frontalunterricht erwartet Sie erlebbares, praktisches Training. Wir trainieren gemeinsam unsere „Demokratie-Muskeln“ – wie aktives Zuhören, Mut, Uneinigkeit und Kompromissfähigkeit. In kompakten, interaktiven Einheiten stärken wir spielerisch und ohne Vorwissen das demokratische Verständnis und kommen niedrigschwellig miteinander ins Gespräch.
Machen Sie mit und erleben Sie, wie politische Bildung „anfassbar“ wird. Denn Demokratie beginnt dort, wo Menschen sich einbringen – und Fitness entsteht durch Übung!
Vom Alpha-Mann zum Neonazi - Antifeministische Online-Radikalisierung
Antifeminismus ist integraler Bestandteil von Rechtsextremismus - und gleichzeitig gesellschaftlich omnipräsent. Da die patriarchale Vorherrschaft nach wie vor auf der Ausbeutung und Abwertung von Frauen und queeren Menschen basiert, begreifen Ich-schwache Männer feministische Emanzipation als Angriff nicht nur auf ihre Herrschaft, sondern auf ihre konkrete Persönlichkeit. Diese gekränkte Männlichkeit wird momentan vor allem über das Internet aufgefangen und bestätigt. Antifeministische Influencer wie der wegen Menschenhandel angeklagte Andrew Tate und misogyne Hasskampagnen machen Frauenhass als kollektive Unterhaltung salonfähig. Rechtsradikale Parteien Gruppierungen verwenden gezielt antifeministische und queerfeinndliche Inhalte als Radikalisierungs- und Rekrutierungsinstrument. Sie stellen faschistische Männlichkeitsbilder als Heilsversprechen gegen die Kränkungen und Ohnmacht der Moderne dar: der Feminismus hat dich kastriert, wir machen dich wieder zum Mann!
Die neoliberale, auf Selbstoptimierung ausgelegte Vorstellung des "Alpha-Mannes" als charismatischer Anführer und "Entrepreneur" geht hierbei regelmäßig fließend in faschistische Männlichkeitsbilder über - nicht zufällig, sondern wegen zahlreicher ideologischer Überschneidungen.
Diese Geschlechterbilder verbleiben jedoch selten im Internet, denn dieses ist kein von den analogen Verhältnissen abgekoppelter Raum, sonderen deren Spiegel. Antifeministische Online-Radikalisierung mündet immer wieder in konkreter Gewalt, bis sogar hin zum rechtsextremen und Incel-Terrorismus.
In diesem Vortrag zeigt die Autorin Veronika Kracher auf, inwieweit Kapitalismus, Faschismus und Geschlecht ineinander verwoben sind, und welche Rolle soziale Medien bei der Verbreitung antifeministischer Inhalte spielen, und wieso diese Phänomene nicht als Einzelfälle betrachtet werden dürfen – sondern als systematisches Problem.
„Künstliche Intelligenz und Trauer – zwischen Unterstützung, Erinnerung und ethischer Verantwortung“
Der Verlust eines geliebten Menschen gehört zu den einschneidenden Erlebnissen im Leben. Der Trauerprozess ist dabei sehr individuell und lässt sich nicht über ein richtig oder falsch bewerten. Im Verlauf der Jahre haben sich zunehmend neue Trauerformate entwickelt. Dabei spielen beispielsweise diverse Formen von Trostkulturen oder auch wertorientierte Trauerbegleitung eine große Rolle.
Auch mit Blick auf die Künstliche Intelligenz gibt es Angebote in Form von sogenannten „Chatbots*“. Dies sind KI gesteuerte Dialogsysteme, mit denen menschenähnliche Gespräche geführt werden können – z.B. mit der Stimme der verstorbenen Person.
Die Veranstaltung widmet sich der Frage, wie Künstliche Intelligenz im Kontext von Trauer, Abschied und Erinnerung eingesetzt wird. Michael Brendel, Studienleiter für Digitalen Wandel und Theologie im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen, wird mit seiner KI-Expertise, insbesondere im pädagogischen Bereich, einen Einblick in die Welt der KI geben. Gemeinsam mit Kathrin Rosen, Koordinatorin und Trauerbegleiterin im Osnabrücker Hospiz, werden sie in einem offenen Dialog die unterschiedlichen Perspektiven zusammenzuführen und einen reflektierten Austausch ermöglichen. Dabei werden sowohl praktische Anwendungsfelder als auch ethische, emotionale und gesellschaftliche Herausforderungen beleuchtet.
Angesprochen sind Fachkräfte aus Beratung, Pflege, Seelsorge, Bildung und Wissenschaft ebenso wie ehrenamtlich Tätige und alle Interessierten, die sich mit neuen Formen des Umgangs mit Verlust auseinandersetzen möchten.
*„Ein Chatbot ist ein automatisiertes Dialogsystem, das mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP) menschenähnliche Gespräche per Text oder Sprache führt, um Benutzeranfragen zu beantworten, einfache Aufgaben auszuführen und Informationen bereitzustellen, oft rund um die Uhr in Messaging-Apps, auf Websites oder in Apps. Er simuliert menschliche Konversationen, um Effizienz im Kundenservice, Marketing und Vertrieb zu steigern, indem er wiederkehrende Fragen beantwortet und Kunden durch den Prozess führt“