Städte, Länder und Geschichte(n)
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In Italien unterwegs mit Rainer Maria Rilke
Rainer Maria Rilke war nicht nur ein außergewöhnlicher Dichter, sondern auch ein bedeutender Reisender. Als unbehauster Troubadour reiste er jahrzehntelang kreuz und quer durch Europa, von seiner Geburtsstadt Prag nach Deutschland und nach Frankreich, vom hohen Norden sogar bis nach Ägypten.
Eine besonders starke Reise-Beziehung hatte er schon seit seiner Kindheit zu Italien. Regelmäßig verbrachte er längere Aufenthalte meist in den klassischen Reisezielen der damals wohlhabenden aristokratischen Elite, z. B. in Venedig, Florenz, Rom, Neapel und auf Capri. Reisen war für ihn Arbeit, immer wieder ließ er sich von den italienischen Landschaften, den Städten und der Kunst zu seinen bekanntesten Werken inspirieren. Ein wichtiger Ort wurde schließlich das Schloss Duino an der Adria, wo die ersten Gedichte der berühmten „Duineser Elegien“ entstanden. Oftmals ließ er Hauptsehenswürdigkeiten „links“ liegen, gerne bevorzugte er aber luxuriöse Unterkünfte, am liebsten auf Kosten seiner Sponsoren. Diese Bilder-Präsentation verfolgt mit Gedichten und Prosatexten Rilkes vielfältige Reiseerlebnisse auf der Appeninhalbinsel.
Albanien - Fäden der Vielfalt: Kunst, Glaube und Zusammenhalt
Albanien ist ein Land, in dem Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen seit Jahrhunderten friedlich zusammenleben – Christen, Muslime, Bektaschiten und viele ohne religiöse Bindung. Religion ist hier kein trennendes Element, sondern Teil einer gemeinsamen kulturellen Identität, die durch gegenseitigen Respekt und familiären Zusammenhalt geprägt ist.
Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, wie Albanien diese kulturelle Balance bewahrt hat. Dabei werden religiöse Vielfalt, historische Entwicklungen und kulturelle Ausdrucksformen beleuchtet – von gemeinschaftlichen Festen bis zu Kunst, Architektur und Sprache.
Ein besonderer Akzent liegt auf dem „Kanun“, dem traditionellen Gewohnheitsrecht, das über Jahrhunderte moralische und soziale Regeln prägte – etwa zu Gastfreundschaft, Ehre und Verantwortung. Der Kanun zeigt, dass Werte wie Respekt und Zusammenhalt in Albanien tief in der Kultur verankert sind, unabhängig von Religion.
Begleitend werden vier selbst gestaltete Wandteppiche präsentiert, die Motive aus der albanischen Volkskunst aufgreifen und als künstlerische Reflexion von Erinnerung, Identität und Vielfalt dienen.
Um den Teilnehmenden einen unmittelbaren kulturellen Zugang zu ermöglichen, werden zudem einige Begriffe und Redewendungen auf Albanisch vorgestellt und gemeinsam übersetzt – als kleine sprachliche Brücke zur gelebten Kultur. Zum Abschluss besteht die Möglichkeit einer offenen Gesprächsrunde.
South West Coast Path – Englischer Filmabend
Der Film South West Coast Path erzählt auf unkonventionelle Art von einer Reise auf dem mehr als 1000 Kilometer langen gleichnamigen Wanderweg an der Küste Südwestenglands.
Der von Sean Lewis und Andrew Okello gedrehte Dokumentarfilm begleitet ihre Wanderung von Minehead nach Poole, auf einem der anspruchsvollsten und malerischsten Wanderwege Großbritanniens. Unterwegs fängt der Film nicht nur die Schönheit und Weite des South West Coast Paths, sondern auch den eigentümlichen Rhythmus des Wanderlebens ein: das Leiden, den Humor, die oft überraschenden zufälligen Begegnungen mit anderen Menschen und die kuriose Vertrautheit, die entsteht, wenn das einzige wirkliche Ziel darin besteht, immer weiter vorwärts zu kommen.
Nichts ist inszeniert. Stattdessen fängt der Film die Wanderung so authentisch wie möglich ein und bewahrt dabei die Wärme, Spontaneität und Unvorhersehbarkeit der Ereignisse. Hinter den Kulissen ist weder ein Produktionsteam noch hochmoderne Ausrüstung am Werk. Andrew Okello und Sean Lewis (beide in London in der Filmbranche tätig) erstellen die Filme ihrer Initiative „Path Magic“ in Eigenarbeit.
Um die Magie der jeweiligen Reise einzufangen, arbeiten sie in der Postproduktion auch mit Menschen zusammen, denen sie auf dem Weg begegnet sind. Eine Art zu vermitteln, wie unterwegs die richtigen Menschen zur richtigen Zeit auftauchen können...
Dies ist auch der Grund, wie der Film nach Osnabrück kommt: Katrin Langewellpott (Cellistin und Dozentin des Anglo-German Clubs an der VHS) hat die beiden Filmemacher 2023 während ihrer eigenen Wanderung auf dem South West Coast Path kennengelernt und mit einigen Aufnahmen musikalisch zum Film beigetragen. Bei der Vorführung werden sowohl Andrew Okello und Sean Lewis als auch Katrin Langewellpott anwesend sein und hinterher Fragen beantworten.