Demokratie
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Extrem rechte Frauen: Rollen & Strategien
Die extreme Rechte wird noch immer überwiegend als männlich geprägtes Phänomen wahrgenommen. Dabei übernehmen Frauen in extrem rechten Parteien und Bewegungen zentrale und sichtbare Funktionen – ihre Aktivitäten werden jedoch häufig unterschätzt oder weniger ernst genommen. Gleichzeitig bieten antifeministische Geschlechterpolitiken der extremen Rechten Anschlussmöglichkeiten in breite Teile der Gesellschaft. Der Vortrag beleuchtet, wie Geschlecht in der Ideologie der extremen Rechten konstruiert wird und welche strategischen Rollen Frauen innerhalb dieser Strukturen einnehmen.
Ausschlussklausel:
Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit oder während der Veranstaltung durch antifeministische, rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen, Verhaltensweisen oder Störungen in Erscheinung getreten sind, sind bzw. werden von der Veranstaltung ausgeschlossen. Gegebenenfalls machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch.
Populismus und Popkultur
Gefährlich präzise nutzen Populisten unsere kulturellen Räume als Waffe. Von TikTok-Trends bis zu vermeintlich "hochkulturellen" Debatten - sie verwandeln Emotionen in politisches Kapital und verpacken menschenfeindliche Ideologien in unterhaltsame Formate.Gernot Wolfram entlarvt die manipulativen Techniken moderner Verführer, die mit Fake News, Stimmungs-Management und digitalen Inszenierungen unsere gesellschaftliche Wirklichkeit umdeuten. Erschreckend deutlich wird: Nicht die offensichtliche Propaganda ist die größte Gefahr, sondern die schleichende Normalisierung von Zynismus und Empathielosigkeit im kulturellen Alltag.
Sinti und Roma: Zwischen Mythen und Realität
Sinti und Roma zählen zu den größten und ältesten Minderheiten in Deutschland und Europa – und dennoch sind sie für viele kaum bekannt. Von mystischen Frauenbildern über musikalische Klänge am Lagerfeuer bis hin zu einem Leben unterwegs im Wohnwagen: Diese Klischees prägen nach wie vor das Bild der Mehrheitsgesellschaft, obwohl sie längst überholt und irreführend sind.
Doch wie sehen die Lebenswirklichkeiten von Sinti und Roma heute wirklich aus? Und warum ist es so wichtig, diese tief verankerten Vorstellungen zu hinterfragen und zu verändern?
Mario Franz, Präsident des niedersächsischen Verbandes deutscher Sinti e.V., nimmt Sie mit auf eine spannende Reise weg von den Vorurteilen hin zu einem neuen Verständnis. Er stellt das wissenschaftliche Werkzeug der **Z-Projektion** vor – ein Dreischritt aus Identifikation, Analyse und Dekonstruktion von Diskriminierung, der hilft, die Vielschichtigkeit der Erfahrungen von Sinti und Roma sichtbar zu machen.
Erfahren Sie, wie wir gemeinsam gegen veraltete Stereotype ankommen und den Weg zu einer echten Anerkennung und Wertschätzung dieser bedeutenden Minderheit ebnen können.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ statt.
Wohnen als Luxusgut: Der Wohnungsmarkt als Gefahr für unseren Zusammenhalt
Die Mieten steigen nicht, sie werden erhöht! Immer mehr Menschen fürchten um ihr Zuhause.
Lara Schulschenk analysiert in ihrem Buch »No Sweet Home – Wie der Mietenwahnsinn unser Zuhause und unseren Zusammenhalt zerstört« wie es so weit kommen konnte. Sie benennt die Verantwortlichen, räumt mit ewigen Mythen über den Wohnungsmarkt auf, weist auf Lösungsansätze hin und nimmt dreiste Wohnungsanzeigen auseinander. Doch das Wichtigste laut der Autorin: Niemand muss sich allein fühlen mit seiner Verzweiflung auf dem Wohnungsmarkt.
Demokratie-Fitness: Das Workout für ein starkes Miteinander!
Demokratie steht unter Druck – nicht nur auf großer Bühne, sondern auch im Alltag. Doch wie bleibt unsere Gesellschaft fit für den Dialog? Ganz einfach: durch Training! Statt Frontalunterricht erwartet Sie erlebbares, praktisches Training. Wir trainieren gemeinsam unsere „Demokratie-Muskeln“ – wie aktives Zuhören, Mut, Uneinigkeit und Kompromissfähigkeit. In kompakten, interaktiven Einheiten stärken wir spielerisch und ohne Vorwissen das demokratische Verständnis und kommen niedrigschwellig miteinander ins Gespräch.
Machen Sie mit und erleben Sie, wie politische Bildung „anfassbar“ wird. Denn Demokratie beginnt dort, wo Menschen sich einbringen – und Fitness entsteht durch Übung!
Vom Alpha-Mann zum Neonazi - Antifeministische Online-Radikalisierung
Antifeminismus ist integraler Bestandteil von Rechtsextremismus - und gleichzeitig gesellschaftlich omnipräsent. Da die patriarchale Vorherrschaft nach wie vor auf der Ausbeutung und Abwertung von Frauen und queeren Menschen basiert, begreifen Ich-schwache Männer feministische Emanzipation als Angriff nicht nur auf ihre Herrschaft, sondern auf ihre konkrete Persönlichkeit. Diese gekränkte Männlichkeit wird momentan vor allem über das Internet aufgefangen und bestätigt. Antifeministische Influencer wie der wegen Menschenhandel angeklagte Andrew Tate und misogyne Hasskampagnen machen Frauenhass als kollektive Unterhaltung salonfähig. Rechtsradikale Parteien Gruppierungen verwenden gezielt antifeministische und queerfeinndliche Inhalte als Radikalisierungs- und Rekrutierungsinstrument. Sie stellen faschistische Männlichkeitsbilder als Heilsversprechen gegen die Kränkungen und Ohnmacht der Moderne dar: der Feminismus hat dich kastriert, wir machen dich wieder zum Mann!
Die neoliberale, auf Selbstoptimierung ausgelegte Vorstellung des "Alpha-Mannes" als charismatischer Anführer und "Entrepreneur" geht hierbei regelmäßig fließend in faschistische Männlichkeitsbilder über - nicht zufällig, sondern wegen zahlreicher ideologischer Überschneidungen.
Diese Geschlechterbilder verbleiben jedoch selten im Internet, denn dieses ist kein von den analogen Verhältnissen abgekoppelter Raum, sonderen deren Spiegel. Antifeministische Online-Radikalisierung mündet immer wieder in konkreter Gewalt, bis sogar hin zum rechtsextremen und Incel-Terrorismus.
In diesem Vortrag zeigt die Autorin Veronika Kracher auf, inwieweit Kapitalismus, Faschismus und Geschlecht ineinander verwoben sind, und welche Rolle soziale Medien bei der Verbreitung antifeministischer Inhalte spielen, und wieso diese Phänomene nicht als Einzelfälle betrachtet werden dürfen – sondern als systematisches Problem.
Algorithmen und Demokratie – wie prägen Social Media und KI die Politik?
Soziale Medien und Künstliche Intelligenz prägen zunehmend, wie Politik gemacht, vermittelt und wahrgenommen wird. Wieviel Macht haben Algorithmen über uns und wie prägen sie, welche Informationen wir bekommen? Dieses Seminar bietet eine kritische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken digitaler Technologien im politischen Raum. Durch praktische Übungen mit KI-Tools und Analysen realer Social-Media-Beispiele erkunden und reflektieren wir Einflussnahmen und Manipulationsstrategien politischer und wirtschaftlicher Akteure. Gemeinsam werden Handlungsmöglichkeiten gegen Populismus und digitale Beeinflussung entwickelt – für einen selbstbewussten Umgang mit KI und sozialen Medien in einer demokratischen Gesellschaft.
"Unser Schmerz ist unsere Kraft" - Neonazis haben unsere Väter ermordet
Gamze und Semiya waren Jugendliche, als ihre Väter von der rechtsextremen Terrorzelle »Nationalsozialistischer Untergrund«, kurz NSU, ermordet werden. Die Morde reißen sie aus ihrem bisherigen Leben, und die Vorverurteilung der deutschen Polizei und das Desinteresse der Öffentlichkeit treffen sie mit voller Wucht. Erst Jahre später fliegt die Terrorzelle auf.
In „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ erzählen sie, unterstützt durch die Co-Autorin Christine Werner, wie sie die erschütternden Geschehnisse damals erlebt haben. Aber auch, wie sie miteinander eine ungeheure Kraft entwickeln konnten, die sie bis heute weiterkämpfen lässt: gegen das Vergessen und für eine Zukunft ohne Ausgrenzung. Gamze Kubaşik liest mit Christine Werner aus dem Buch und spricht über die Folgen des Mords und die Lücken in der Aufarbeitung. Eine Erzählung über Schmerz, Kraft und den Kampf gegen Ausgrenzung. Ein Plädoyer, wach zu bleiben – in diesem Land, in diesen Zeiten.