Demokratie
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Wohnen als Luxusgut: Der Wohnungsmarkt als Gefahr für unseren Zusammenhalt
Die Mieten steigen nicht, sie werden erhöht! Immer mehr Menschen fürchten um ihr Zuhause.
Lara Schulschenk analysiert in ihrem Buch »No Sweet Home – Wie der Mietenwahnsinn unser Zuhause und unseren Zusammenhalt zerstört« wie es so weit kommen konnte. Sie benennt die Verantwortlichen, räumt mit ewigen Mythen über den Wohnungsmarkt auf, weist auf Lösungsansätze hin und nimmt dreiste Wohnungsanzeigen auseinander. Doch das Wichtigste laut der Autorin: Niemand muss sich allein fühlen mit seiner Verzweiflung auf dem Wohnungsmarkt.
Leerstellen der Erinnerungskultur. Zwischen Gedenken und Verdrängung
Woran erinnern wir? Und was wird allzu oft vergessen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines Podiumsgesprächs zwischen Mario Franz (Niedersächsischer Verband Deutscher Sinti) und Kutlu Yurtseven (Microphone Mafia, Herkesin Meydanı – Platz für alle), moderiert von Christoph Rass (Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien).
Deutschland war schon immer von Vielfalt geprägt – auch lange bevor es als Nation gedacht wurde. Dennoch bildet die Erinnerungskultur diese Vielfalt bis heute kaum ab. Die Erinnerung an gesellschaftliche Vielfalt und vergangene Verbrechen wurde und wird noch immer allzu oft von zivilgesellschaftlichen Gruppen erkämpft. Gleichzeitig gerät die ‚Erinnerungskultur‘ insgesamt zunehmend unter politischen Druck.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ statt.
Demokratie-Fitness: Das Workout für ein starkes Miteinander!
Demokratie steht unter Druck – nicht nur auf großer Bühne, sondern auch im Alltag. Doch wie bleibt unsere Gesellschaft fit für den Dialog? Ganz einfach: durch Training! Statt Frontalunterricht erwartet Sie erlebbares, praktisches Training. Wir trainieren gemeinsam unsere „Demokratie-Muskeln“ – wie aktives Zuhören, Mut, Uneinigkeit und Kompromissfähigkeit. In kompakten, interaktiven Einheiten stärken wir spielerisch und ohne Vorwissen das demokratische Verständnis und kommen niedrigschwellig miteinander ins Gespräch.
Machen Sie mit und erleben Sie, wie politische Bildung „anfassbar“ wird. Denn Demokratie beginnt dort, wo Menschen sich einbringen – und Fitness entsteht durch Übung!
Gespräche von Mensch zu Mensch: Wie geht es mir in Osnabrück?
Mit Sprechen und insbesondere durch gutes Zuhören entsteht Verbindung zwischen fremden, verschiedenen Menschen. Wir teilen unsere eigenen Befindlichkeiten und Gefühle zu unserer Stadt mit und hören anderen aufmerksam zu, wenn diese an der Reihe sind zu sprechen.
Wir sprechen in Vierergruppen miteinander. Es ist Vertraulichkeit vereinbart. Wir beten keine Fakten herunter, sondern sprechen offen von uns, davon wie es uns in Osnabrück geht. Es gibt drei Gesprächsrunden. In jeder bekommt jede Person dieselben 4 Minuten völlig ungestörte Redezeit. Also keine Zwischenfragen, keine Kommentare. Von Runde zu Runde geht das Gespräch mehr in die Tiefe, entsteht mehr Verständnis.
Von Mehr Demokratie geschulte Moderator:innen sorgen mit klaren Regeln für einen geschützten Rahmen. Mehr Demokratie e.V. hat das Gesprächsformat „Sprechen und Zuhören“ entwickelt.
Vom Alpha-Mann zum Neonazi - Antifeministische Online-Radikalisierung
Antifeminismus ist integraler Bestandteil von Rechtsextremismus - und gleichzeitig gesellschaftlich omnipräsent. Da die patriarchale Vorherrschaft nach wie vor auf der Ausbeutung und Abwertung von Frauen und queeren Menschen basiert, begreifen Ich-schwache Männer feministische Emanzipation als Angriff nicht nur auf ihre Herrschaft, sondern auf ihre konkrete Persönlichkeit. Diese gekränkte Männlichkeit wird momentan vor allem über das Internet aufgefangen und bestätigt. Antifeministische Influencer wie der wegen Menschenhandel angeklagte Andrew Tate und misogyne Hasskampagnen machen Frauenhass als kollektive Unterhaltung salonfähig. Rechtsradikale Parteien Gruppierungen verwenden gezielt antifeministische und queerfeinndliche Inhalte als Radikalisierungs- und Rekrutierungsinstrument. Sie stellen faschistische Männlichkeitsbilder als Heilsversprechen gegen die Kränkungen und Ohnmacht der Moderne dar: der Feminismus hat dich kastriert, wir machen dich wieder zum Mann!
Die neoliberale, auf Selbstoptimierung ausgelegte Vorstellung des "Alpha-Mannes" als charismatischer Anführer und "Entrepreneur" geht hierbei regelmäßig fließend in faschistische Männlichkeitsbilder über - nicht zufällig, sondern wegen zahlreicher ideologischer Überschneidungen.
Diese Geschlechterbilder verbleiben jedoch selten im Internet, denn dieses ist kein von den analogen Verhältnissen abgekoppelter Raum, sonderen deren Spiegel. Antifeministische Online-Radikalisierung mündet immer wieder in konkreter Gewalt, bis sogar hin zum rechtsextremen und Incel-Terrorismus.
In diesem Vortrag zeigt die Autorin Veronika Kracher auf, inwieweit Kapitalismus, Faschismus und Geschlecht ineinander verwoben sind, und welche Rolle soziale Medien bei der Verbreitung antifeministischer Inhalte spielen, und wieso diese Phänomene nicht als Einzelfälle betrachtet werden dürfen – sondern als systematisches Problem.
Kämpfen für Deutschland? Die Wehrpflicht in der Diskussion
Diese Frage wird derzeit intensiv diskutiert und insbesondere Jungen und jungen Männern immer wieder gestellt. Seit dem Inkrafttreten des „Neuen Wehrdienstes“ im Januar dieses Jahres sind Erfassung und Musterung für junge Männer Pflicht. Der Wehrdienst selbst bleibt freiwillig, doch ist der Weg zur sogenannten „Bedarfswehrpflicht“ geebnet, falls die Rekrutierungsziele nicht erreicht werden können.
Was bedeutet der „Neue Wehrdienst“ für junge Menschen in Deutschland? Wer ist konkret betroffen – und wer fühlt sich nicht angesprochen? Welche Auswirkungen hat dies auf unser Demokratieverständnis? Junge Menschen, insbesondere junge Männer, stehen im Zentrum dieser Fragen und müssen als politische Akteur:innen ernst genommen werden. Gleichzeitig dürfen sie damit nicht allein gelassen werden.
Wir laden Sie herzlich ein mit Simon David Dressler (Demokratie-Influencer) zu diskutieren. Ein Vertreter des Bundeswehrverbands ist auch als Diskussionspartner angefragt.Wir freuen uns insbesondere auch, dass Schüler:innen des Gymnasiums „In der Wüste“ den Abend mit bereichern werden. Zusammen stellen wir uns die Frage: Ist die Pflicht zum Wehrdienst notwendig, überholt oder ungerecht?
Algorithmen und Demokratie – wie prägen Social Media und KI die Politik?
Soziale Medien und Künstliche Intelligenz prägen zunehmend, wie Politik gemacht, vermittelt und wahrgenommen wird. Wieviel Macht haben Algorithmen über uns und wie prägen sie, welche Informationen wir bekommen? Dieses Seminar bietet eine kritische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken digitaler Technologien im politischen Raum. Durch praktische Übungen mit KI-Tools und Analysen realer Social-Media-Beispiele erkunden und reflektieren wir Einflussnahmen und Manipulationsstrategien politischer und wirtschaftlicher Akteure. Gemeinsam werden Handlungsmöglichkeiten gegen Populismus und digitale Beeinflussung entwickelt – für einen selbstbewussten Umgang mit KI und sozialen Medien in einer demokratischen Gesellschaft.
"Unser Schmerz ist unsere Kraft" - Neonazis haben unsere Väter ermordet
Gamze und Semiya waren Jugendliche, als ihre Väter von der rechtsextremen Terrorzelle »Nationalsozialistischer Untergrund«, kurz NSU, ermordet werden. Die Morde reißen sie aus ihrem bisherigen Leben, und die Vorverurteilung der deutschen Polizei und das Desinteresse der Öffentlichkeit treffen sie mit voller Wucht. Erst Jahre später fliegt die Terrorzelle auf.
In „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ erzählen sie, unterstützt durch die Co-Autorin Christine Werner, wie sie die erschütternden Geschehnisse damals erlebt haben. Aber auch, wie sie miteinander eine ungeheure Kraft entwickeln konnten, die sie bis heute weiterkämpfen lässt: gegen das Vergessen und für eine Zukunft ohne Ausgrenzung. Gamze Kubaşik liest mit Christine Werner aus dem Buch und spricht über die Folgen des Mords und die Lücken in der Aufarbeitung. Eine Erzählung über Schmerz, Kraft und den Kampf gegen Ausgrenzung. Ein Plädoyer, wach zu bleiben – in diesem Land, in diesen Zeiten.