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„Mitläufer“, „Aktivisten“ und „Übernazis“: Der Ablauf der „Entnazifizierungsverfahren“ in Osnabrück ab 1946

Sie hätten „nichts geahnt, noch viel weniger gewusst“, an „die Redlichkeit dieser Rattenfänger“ geglaubt und seien „später schmählich enttäuscht“ worden – mit solchen Ausreden entschuldigten sich NSDAP-Mitglieder gegenüber dem Entnazifizierungsausschuss. Die von Martina Sellmeyer gesichteten Osnabrücker Entnazifizierungsakten verraten, wer von den Osnabrückern für einen „Übernazi“ und wer nur für einen „Verführten“ gehalten wurde. Darunter sind auch bekannte Persönlichkeiten wie der Oberbürgermeister und der Kreisleiter, Hotelier Eduard Petersilie oder Seifenfabrikant Fritz Frömbling. Dem von Osnabrückern befürchteten „Damoklesschwert“ der Entnazifizierung fehlte es an Schärfe. Selbst für Deportationen verantwortliche Gestapobeamte wurden lediglich als „Mitläufer“ eingestuft, ein SS-Obersturmbannführer noch posthum „entnazifiziert“. Auch wenn der Wahrheitsgehalt der „Persilscheine“ oft fragwürdig ist, ist interessant, wer in Osnabrück wen entlastete. Besonders eifrig war dabei der Bischof der Stadt.

  • Der Eintritt ist frei
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  • Kursnummer: 27A7306
  • Donnerstag, 04.02.2027
    19:00 Uhr
  • 1 Termin
  • Dozent:in:
  • Veranstaltungsort:
    vhs I os, Bergstraße 8, Vortragssaal