Gespräche über Kunst
Ansprechpartner
Kurse (4)
Loading...
In Italien unterwegs mit Rainer Maria Rilke
Rainer Maria Rilke war nicht nur ein außergewöhnlicher Dichter, sondern auch ein bedeutender Reisender. Als unbehauster Troubadour reiste er jahrzehntelang kreuz und quer durch Europa, von seiner Geburtsstadt Prag nach Deutschland und nach Frankreich, vom hohen Norden sogar bis nach Ägypten.
Eine besonders starke Reise-Beziehung hatte er schon seit seiner Kindheit zu Italien. Regelmäßig verbrachte er längere Aufenthalte meist in den klassischen Reisezielen der damals wohlhabenden aristokratischen Elite, z. B. in Venedig, Florenz, Rom, Neapel und auf Capri. Reisen war für ihn Arbeit, immer wieder ließ er sich von den italienischen Landschaften, den Städten und der Kunst zu seinen bekanntesten Werken inspirieren. Ein wichtiger Ort wurde schließlich das Schloss Duino an der Adria, wo die ersten Gedichte der berühmten „Duineser Elegien“ entstanden. Oftmals ließ er Hauptsehenswürdigkeiten „links“ liegen, gerne bevorzugte er aber luxuriöse Unterkünfte, am liebsten auf Kosten seiner Sponsoren. Diese Bilder-Präsentation verfolgt mit Gedichten und Prosatexten Rilkes vielfältige Reiseerlebnisse auf der Appeninhalbinsel.
Antisemitismus in der Popmusik
Galt Popmusik einst als Medium der Emanzipation, scheint davon spätestens seit dem 7. Oktober nicht mehr viel übrig zu sein. Musiker*innen unterschreiben offene Briefe und Statements, die das Massaker der Hamas verharmlosen. Es wird zu Boykotten aufgerufen, Konzerte werden zu israelfeindlichen Kundgebungen. Das Massaker der Hamas war auch ein Angriff auf die Welt der Musik, auf Emanzipation und Freiheit. Die Weigerung weiter Teile der Popmusik, dies anzuerkennen, ist ebenso bemerkenswert wie die Selbstdarstellung einiger Musiker*innen als Freiheitskämpfer*innen.
Maria Kanitz und Lukas Geck sehen den 7. Oktober und den folgenden Krieg als Anlass, antisemitische Entgleisungen in der Popkultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Anhand zahlreicher Beispiele aus den letzten Jahren – etwa Roger Waters, Kanye West oder Macklemore – zeigen sie, in welchem Ausmaß Antisemitismus mittlerweile ins popkulturelle Repertoire eingesickert ist. Sei es die Unterstützung von Boykottkampagnen, Verschwörungsmythen in Liedern oder Konzerte bekannter Rockmusiker, in denen Musik lediglich der Verbreitung antisemitischer Propaganda dient. Bekannte nationale und internationale Musiker*innen nutzen ihre Reichweite, um ihren Hass auf Jüdinnen und Juden oder ihre Bewunderung für Hitler zu verbreiten. Im Ergebnis zeigen sie, wie breit und bereitwillig Antisemitismus popkulturell zelebriert wird.
Albanien - Fäden der Vielfalt: Kunst, Glaube und Zusammenhalt
Albanien ist ein Land, in dem Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen seit Jahrhunderten friedlich zusammenleben – Christen, Muslime, Bektaschiten und viele ohne religiöse Bindung. Religion ist hier kein trennendes Element, sondern Teil einer gemeinsamen kulturellen Identität, die durch gegenseitigen Respekt und familiären Zusammenhalt geprägt ist.
Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, wie Albanien diese kulturelle Balance bewahrt hat. Dabei werden religiöse Vielfalt, historische Entwicklungen und kulturelle Ausdrucksformen beleuchtet – von gemeinschaftlichen Festen bis zu Kunst, Architektur und Sprache.
Ein besonderer Akzent liegt auf dem „Kanun“, dem traditionellen Gewohnheitsrecht, das über Jahrhunderte moralische und soziale Regeln prägte – etwa zu Gastfreundschaft, Ehre und Verantwortung. Der Kanun zeigt, dass Werte wie Respekt und Zusammenhalt in Albanien tief in der Kultur verankert sind, unabhängig von Religion.
Begleitend werden vier selbst gestaltete Wandteppiche präsentiert, die Motive aus der albanischen Volkskunst aufgreifen und als künstlerische Reflexion von Erinnerung, Identität und Vielfalt dienen.
Um den Teilnehmenden einen unmittelbaren kulturellen Zugang zu ermöglichen, werden zudem einige Begriffe und Redewendungen auf Albanisch vorgestellt und gemeinsam übersetzt – als kleine sprachliche Brücke zur gelebten Kultur. Zum Abschluss besteht die Möglichkeit einer offenen Gesprächsrunde.
Populismus und Popkultur
Gefährlich präzise nutzen Populisten unsere kulturellen Räume als Waffe. Von TikTok-Trends bis zu vermeintlich "hochkulturellen" Debatten - sie verwandeln Emotionen in politisches Kapital und verpacken menschenfeindliche Ideologien in unterhaltsame Formate.Gernot Wolfram entlarvt die manipulativen Techniken moderner Verführer, die mit Fake News, Stimmungs-Management und digitalen Inszenierungen unsere gesellschaftliche Wirklichkeit umdeuten. Erschreckend deutlich wird: Nicht die offensichtliche Propaganda ist die größte Gefahr, sondern die schleichende Normalisierung von Zynismus und Empathielosigkeit im kulturellen Alltag.