Mensch und Gesellschaft
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Antisemitismus in der Popmusik
Galt Popmusik einst als Medium der Emanzipation, scheint davon spätestens seit dem 7. Oktober nicht mehr viel übrig zu sein. Musiker*innen unterschreiben offene Briefe und Statements, die das Massaker der Hamas verharmlosen. Es wird zu Boykotten aufgerufen, Konzerte werden zu israelfeindlichen Kundgebungen. Das Massaker der Hamas war auch ein Angriff auf die Welt der Musik, auf Emanzipation und Freiheit. Die Weigerung weiter Teile der Popmusik, dies anzuerkennen, ist ebenso bemerkenswert wie die Selbstdarstellung einiger Musiker*innen als Freiheitskämpfer*innen.
Maria Kanitz und Lukas Geck sehen den 7. Oktober als Anlass, antisemitische Entgleisungen in der Popkultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Anhand zahlreicher Beispiele aus den letzten Jahren – etwa Roger Waters, Kanye West oder Macklemore – zeigen sie, in welchem Ausmaß Antisemitismus mittlerweile ins popkulturelle Repertoire eingesickert ist. Sei es die Unterstützung von Boykottkampagnen, Verschwörungsmythen in Liedern oder Konzerte bekannter Rockmusiker, in denen Musik lediglich der Verbreitung antisemitischer Propaganda dient. Bekannte nationale und internationale Musiker*innen nutzen ihre Reichweite, um ihren Hass auf Jüdinnen und Juden oder ihre Bewunderung für Hitler zu verbreiten. Im Ergebnis zeigen sie, wie breit und bereitwillig Antisemitismus popkulturell zelebriert wird.
Es war einmal ein Land
Als vor über 35 Jahren die Mauer fiel, sollte eine neue Ära beginnen. Inzwischen scheint für viele Ostdeutsche die Demokratie als Staatsform keine Option mehr zu sein. Es steht die Frage im Raum, warum der Weg vieler Ostdeutscher links begann und nun nach rechts führt. Wie es dazu kommen konnte, beschreibt die Bestsellerautorin Jana Hensel in ihrem neuen Buch. Sie entwickelt dabei ein ganz eigene Perspektive und scheut sich nicht unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Sie meint: "Das Ende der Demokratie in Ostdeutschland wird kommen. Vielleicht ist er schon da. Wir sollten vorbereitet sein!"
Populismus und Popkultur
Gefährlich präzise nutzen Populisten unsere kulturellen Räume als Waffe. Von TikTok-Trends bis zu vermeintlich "hochkulturellen" Debatten - sie verwandeln Emotionen in politisches Kapital und verpacken menschenfeindliche Ideologien in unterhaltsame Formate.Gernot Wolfram entlarvt die manipulativen Techniken moderner Verführer, die mit Fake News, Stimmungs-Management und digitalen Inszenierungen unsere gesellschaftliche Wirklichkeit umdeuten. Erschreckend deutlich wird: Nicht die offensichtliche Propaganda ist die größte Gefahr, sondern die schleichende Normalisierung von Zynismus und Empathielosigkeit im kulturellen Alltag.
Älterwerden für Anfänger
»In wenigen Monaten wird etwas Dramatisches passieren. Ich werde 50. Mehr als die Hälfte meiner Zeit ist dann vermutlich rum. Wir, die Generation Golf, gehören zu den Oldtimern. Ich trage jetzt eine Gleitsichtbrille, der Ischias tut weh. In Cafés, in denen junge Gäste geduzt werden, siezt die Kellnerin mich. In der Firma gehöre ich plötzlich zu den Älteren. Wie blicken die Jüngeren wohl auf mich? Und wie vermeide ich es, ein Früher-war-alles-Besserwisser zu werden? Wie werde ich ein cooler Alter, der die moderne Welt als bereichernd empfindet, der neugierig ist und offen?«
In diesem Buch erzählt SPIEGEL-Reporter Alexander Kühn von dem Jahr, in dem er 50 wurde – und wie es ihm gelang, seinen Frieden zu machen mit dem Älterwerden. Dafür tat er das, was Journalisten nun mal tun: Er sprach mit interessanten Menschen, bekannten und weniger bekannten, älteren, alten und sehr alten, darunter der Milliardär Klaus-Michael Kühne oder Otto Waalkes, Barbara Schöneberger und Nana Mouskouri, Thomas Gottschalk und der YouTuber Rezo, eine Sekretärin, eine trans Frau und ein Bäckermeister. Von manchen wird er sich abschauen, wie er gut altern möchte, von anderen lieber nicht.
Ein ebenso unterhaltsames wie inspirierendes Buch, das zeigt, wie vielfältig, aufregend und bereichernd das Leben auch jenseits der 50, 60, 70, 80 sein kann – und dass Prominenz nicht automatisch altersweise macht.
Wohnen als Luxusgut: Der Wohnungsmarkt als Gefahr für unseren Zusammenhalt
Die Mieten steigen nicht, sie werden erhöht! Immer mehr Menschen fürchten um ihr Zuhause.
Lara Schulschenk analysiert in ihrem Buch »No Sweet Home – Wie der Mietenwahnsinn unser Zuhause und unseren Zusammenhalt zerstört« wie es so weit kommen konnte. Sie benennt die Verantwortlichen, räumt mit ewigen Mythen über den Wohnungsmarkt auf, weist auf Lösungsansätze hin und nimmt dreiste Wohnungsanzeigen auseinander. Doch das Wichtigste laut der Autorin: Niemand muss sich allein fühlen mit seiner Verzweiflung auf dem Wohnungsmarkt.
„Künstliche Intelligenz und Trauer – zwischen Unterstützung, Erinnerung und ethischer Verantwortung“
Der Verlust eines geliebten Menschen gehört zu den einschneidenden Erlebnissen im Leben. Der Trauerprozess ist dabei sehr individuell und lässt sich nicht über ein richtig oder falsch bewerten. Im Verlauf der Jahre haben sich zunehmend neue Trauerformate entwickelt. Dabei spielen beispielsweise diverse Formen von Trostkulturen oder auch wertorientierte Trauerbegleitung eine große Rolle.
Auch mit Blick auf die Künstliche Intelligenz gibt es Angebote in Form von sogenannten „Chatbots*“. Dies sind KI gesteuerte Dialogsysteme, mit denen menschenähnliche Gespräche geführt werden können – z.B. mit der Stimme der verstorbenen Person.
Die Veranstaltung widmet sich der Frage, wie Künstliche Intelligenz im Kontext von Trauer, Abschied und Erinnerung eingesetzt wird. Michael Brendel, Studienleiter für Digitalen Wandel und Theologie im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen, wird mit seiner KI-Expertise, insbesondere im pädagogischen Bereich, einen Einblick in die Welt der KI geben. Gemeinsam mit Kathrin Rosen, Koordinatorin und Trauerbegleiterin im Osnabrücker Hospiz, werden sie in einem offenen Dialog die unterschiedlichen Perspektiven zusammenzuführen und einen reflektierten Austausch ermöglichen. Dabei werden sowohl praktische Anwendungsfelder als auch ethische, emotionale und gesellschaftliche Herausforderungen beleuchtet.
Angesprochen sind Fachkräfte aus Beratung, Pflege, Seelsorge, Bildung und Wissenschaft ebenso wie ehrenamtlich Tätige und alle Interessierten, die sich mit neuen Formen des Umgangs mit Verlust auseinandersetzen möchten.
*„Ein Chatbot ist ein automatisiertes Dialogsystem, das mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP) menschenähnliche Gespräche per Text oder Sprache führt, um Benutzeranfragen zu beantworten, einfache Aufgaben auszuführen und Informationen bereitzustellen, oft rund um die Uhr in Messaging-Apps, auf Websites oder in Apps. Er simuliert menschliche Konversationen, um Effizienz im Kundenservice, Marketing und Vertrieb zu steigern, indem er wiederkehrende Fragen beantwortet und Kunden durch den Prozess führt“